Jay Leno pflegt seine demenzkranke Frau - eine Selbstverständlichkeit für ihn. Doch ein Bekannter hatte offenbar andere Erwartungen.
Jay Leno (75) pflegt seine Ehefrau Mavis (79), seit bei ihr 2024 fortgeschrittene Demenz diagnostiziert wurde. Für den früheren "Tonight Show"-Moderator eine Selbstverständlichkeit nach 45 Ehejahren. Doch nicht alle in seinem Umfeld sehen das offenbar so. Im Podcast "Life Above the Noise" von Journalistin Maria Shriver berichtete Leno von einer Frage, die ihn fassungslos machte.
"Das Beste war - und das ist das Hollywood-Typischste überhaupt - ein Typ sagte zu mir: 'Also, wirst du dir jetzt eine Freundin zulegen?'" Seine Antwort fiel entsprechend aus: "Nein. Ich habe eine Freundin. Ich bin verheiratet. Wir sind seit 45 Jahren verheiratet, verstehst du? Wir stecken da ziemlich zusammen drin. Man kann nicht sagen: 'Schatz, ich bin bei meiner Freundin, ich komme später wieder.'"
Treue als Überraschung?
Was Leno dabei am meisten irritiert: dass sein Verhalten überhaupt für Aufsehen sorgt. "Man legt ein Gelübde ab, wenn man heiratet, und die Leute sind verblüfft, sie sind schockiert, wenn man es einhält", wunderte er sich im Gespräch.
Für den 75-Jährigen haben sich die gesellschaftlichen Maßstäbe in die falsche Richtung verschoben. "Ich tue einfach das Richtige, weil man es tun sollte. Das war früher mal die Norm, und wenn man davon abwich, war das der seltsame Teil. Jetzt ist der seltsame Teil ziemlich verbreitet, und zu bleiben und zu tun, was man tun sollte, ist verblüffend für die Leute."
Eine Prüfung, die er bestehen will
Shriver engagiert sich seit zwei Jahrzehnten für Alzheimer-Betroffene und deren Angehörige. Ihr Vater Sargent Shriver erkrankte 2003 an der Krankheit. Im Gespräch mit Leno betonte sie, wie viele Pflegende im Verborgenen arbeiten - oft ohne Anerkennung. Leno nickt, will sich selbst aber nicht als Helden sehen.
Stattdessen betrachtet er die Situation als Bewährungsprobe. "Ich wurde in meinem Leben nicht wirklich getestet. [...] Also ist das mein Test", erklärte er. "Ich bin froh, dass ich den Test bestehe, denn man weiß nie genau, was man in einer solchen Situation tun wird. Also denke ich gerne, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe."
Kleine Anzeichen, große Zuversicht
Bereits 2023 hatte ein Gericht Leno die Vormundschaft über das Vermögen seiner Frau übertragen. Im vergangenen November sprach er erstmals öffentlich über ihre Erkrankung. Die Symptome zeigen sich mittlerweile im Alltag: Manchmal zeige Mavis auf etwas und sage Dinge, die keinen rechten Zusammenhang ergeben.
Trotzdem überwiegt bei Leno die Dankbarkeit. "Sie vergisst mich nicht. Das ist noch nicht passiert. Sie wirkt jetzt extrem entspannt. Und sie wirkt glücklich und zufrieden. Es ist eigentlich okay. Es ist gut. Es macht mir Freude, mich um sie zu kümmern."
