Im Halemba-Prozess erzählt ein Freund des Abgeordneten, wie das gemeinsame Verhältnis ist. Von Einschüchterungsversuchen seitens des AfD-Politikers will er nichts wissen.
Im Prozess gegen den AfD-Landesabgeordneten Daniel Halemba hat ein angeblich vom Angeklagten genötigter Burschenschafter der Darstellung der Anklage widersprochen. Er sei nicht eingeschüchtert gewesen durch den 24 Jahre alten Politiker und einen mitangeklagten 29-Jährigen, sagte der Student (24) vor dem Amtsgericht Würzburg.
Nach Ansicht der Ermittler hatten die Angeklagten im Oktober 2023 den Studenten in einem Ermittlungsverfahren gegen Halemba und weitere Burschenschafter vor seiner geplanten Vernehmung bei der Staatsanwaltschaft Würzburg genötigt, in ihrem Sinne auszusagen.
Halemba, der 29-Jährige und der nun vor Gericht befragte Zeuge waren damals Mitglieder der Würzburger "Burschenschaft Teutonia Prag". Im September 2023 hatten Ermittler das Verbindungshaus durchsucht, weil es den Verdacht gab, dort könnten sich Gegenstände mit Kennzeichen der Partei der Nationalsozialisten (NSDAP) befinden. Alle drei Burschenschafter und weitere wurden damals als Beschuldigte geführt.
Halemba schweigt bisher vor Gericht
Halemba steht seit vergangener Woche wegen Volksverhetzung, Geldwäsche, Sachbeschädigung, Nötigung und versuchter Nötigung vor der Jugendkammer. In dem Prozess haben sich bisher weder der 24-Jährige noch seine Verteidiger zu den Vorwürfen eingelassen. Bei einem Teil der mutmaßlichen Taten soll Halemba Heranwachsender gewesen sein.
Der Landtagsabgeordnete hatte vor der Verhandlung alle Vorwürfe zurückgewiesen. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt die Unschuldsvermutung.
