Energiewende: Windkraftausbau in Niedersachsen nimmt wieder Fahrt auf

Published 2 hours ago
Source: stern.de
Energiewende: Windkraftausbau in Niedersachsen nimmt wieder Fahrt auf

Die zugebaute Leistung war deutlich größer als im Vorjahr. Dem eigenen Anspruch hinkt Niedersachsen aber weiter hinterher.

Der Windkraftausbau in Niedersachsen hat 2025 wieder Fahrt aufgenommen. Die Leistung neuer Anlagen war im vergangenen Jahr in etwa doppelt so groß wie im Jahr zuvor, wie der Bundesverband Windenergie mit Verweis auf Daten der Bundesnetzagentur mitteilte. Den Angaben nach wurde mehr als jedes fünfte neue Windrad, das bundesweit hinzukam, in Niedersachsen aufgestellt.

Im Detail kamen 209 Anlagen mit einer Leistung von rund 1.160 Megawatt hinzu. (Vorjahr: 127, 673) - Platz zwei im bundesweiten Ranking hinter NRW. Dafür wurden Anlagen mit einer Leistung von rund 140 Megawatt stillgelegt. Etwas mehr als ein Drittel der neuen Leistung entfiel auf das sogenannte Repowering, bei dem ältere Anlagen durch leistungsfähigere Anlagen ersetzt werden. Der eigene Anspruch, von jährlich 1.500 Megawatt neuer Leistung wurde damit verfehlt. Gut jedes fünfte Windrad in Deutschland stand 2025 in Niedersachsen.

Emsland bundesweit Spitze bei Genehmigungen

Niedersachsen behaupte seine zentrale Rolle beim Ausbau der Windenergie an Land, hieß es beim Landesverband Erneuerbare Energien Niedersachsen/Bremen (LEE). Mit 1.503 Megawatt zusätzlich genehmigter Leistung habe der Landkreis Emsland im vergangenen Jahr bundesweit mit Abstand an der Spitze der Genehmigungszahlen gelegen. Landesweit seien in ganz Niedersachsen 813 Windenergieanlagen neu genehmigt worden.

"Die Zahlen zeigen eindrucksvoll, dass die Professionalität bei Projektierern und Genehmigungsbehörden in der Bearbeitung der Anträge gestiegen ist", sagte LEE-Geschäftsführerin Silke Weyberg. "Zugleich verdeutlichen sie die Leistungsfähigkeit und die Effizienz der Branche als Rückgrat der deutschen Energieversorgung."

Neue Windparks zu zögerlich ausgeschrieben

Zugleich warnte der Verband davor, dass die Entwicklung durch zu geringe Ausschreibungen ausgebremst werden könnte. Denn die bisher für 2026 vorgesehenen Ausschreibungen blieben deutlich hinter der bereit genehmigten Leistung zurück.

"Die dynamische Entwicklung bei den Genehmigungen muss sich dringend in den Ausschreibungsvolumina widerspiegeln", forderte Weyberg. Der Branchenverband sprach sich daher dafür aus, kurzfristig Ausschreibungsmengen nachzuholen, die in früheren Jahren nicht vergeben wurden. "Das Ausschreibungsvolumen darf nicht zum Flaschenhals werden."

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