Die Wohnungssuche hat sich in vielen Regionen zum Alptraum entwickelt. Nach einer Studie des Pestel-Instituts behindert der Wohnungsmangel den Weg aus der Wirtschaftskrise.
Der Wohnungsmangel in Deutschland hat nach Einschätzung des Pestel-Instituts bereits Ende 2024 einen Rekordstand von bundesweit 1,4 Millionen fehlenden Wohnungen erreicht. Besserung in den nächsten Jahren ist der Studie zufolge nicht in Sicht, wie Pestel-Chefökonom Matthias Günther in Berlin sagte. Wenig überraschend liegen in absoluten Zahlen die beiden größten und bevölkerungsreichsten Bundesländer an der Spitze: In Nordrhein-Westfalen fehlten Ende 2024 demnach 376.000 Wohnungen, gefolgt von 233.000 in Bayern.
Schätzung: Bis zu 78.000 Wohnungen müssten in Bayern jährlich gebaut werden
Den Gesamtbedarf in Bayern von 2025 bis 2030 schätzt das Wirtschaftsforschungsinstitut auf bis zu 470.000 neue Wohnungen. Dafür müssten im Freistaat Jahr für Jahr etwa 78.000 Wohnungen neu gebaut werden - eine Marke, die auch in den guten Jahren bis 2022 nicht erreicht wurde.
Bundesweit erwartet das Institut für die nähere Zukunft den Bau von lediglich rund 200.000 neuen Wohnungen pro Jahr, etwa halb so viele wie der angenommene jährliche Bedarf. Der Wohnungsmangel ist der Analyse zufolge zur Wirtschaftsbremse geworden. Ohne einen Aufschwung des Wohnungsbaus könnten keine Zuwanderer für die Arbeitsmärkte gewonnen werden "und unser Land wird die Wachstumsschwäche nicht überwinden können", heißt es in dem Papier.
Junge und Alte leiden gleichermaßen
Auftraggeber der Studie war das Bündnis Soziales Wohnen, ein Zusammenschluss des Deutschen Mieterbunds, der IG Bau, der Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau und anderer Organisationen. Das Bündnis forderte einen Bund-Länder-Pakt für den Wohnungsbau, insbesondere den Bau von mehr Sozialwohnungen.
Am stärksten unter der Entwicklung leiden demnach die junge Generation bis 25 und ältere Menschen. Die Jüngeren sind laut Studie auf dem Wohnungsmarkt zur "benachteiligten Gruppe" geworden. Und viele ältere Großstadtbewohner könnten sich nach dem Ende des Arbeitslebens ihre Mietwohnungen nicht mehr leisten und müssten fortziehen. Die Ökonomen verweisen ausdrücklich auf München und Hamburg als zwei Metropolen, die von älteren Menschen in größerer Zahl verlassen werden.
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