Sie wurde Olympiasiegerin in Pyeongchang (2018) und Weltmeisterin in Winterberg, 2024, und keiner hat's gemerkt. Ist so, wenn man wie Lisa Buckwitz in einer Randsportart wie Bobfahren am Start ist. Mit dem Namen einer Erotik-Plattform auf dem Schlitten sollte sich das ändern.
Nackt wird sie sich nicht zeigen – so viel steht für die Bobfahrerin Lisa Buckwitz fest, auch wenn sie jetzt eine Erotikplattform als Sponsor gewonnen hat. Die Olympiasiegerin von Pyeonchang 2018 im Zweierbob (damals als Anschieberin) und Weltmeisterin in Winterberg 2024 als Pilotin kennt ihre Grenzen: die ihres Sports und die der Moral. Aber sie will eben ganz vorne dabei sein, wenn es im Februar in Cortina d'Ampezzo (06. bis 22. Februar) auf brandheißer Bahn um Medaillen geht. Die ZDF-Autorin Eva Schötteldreier begleitet sie in einer Reportage auf dem Weg dorthin, den sie "auf keinen Fall nackt" gehen will.
Bob ist teuer, so weiß die Sportlerin im Film mit dem Titel "Lisa Buckwitz: OnlyBob – Mein Körper. Mein Kapital." zu berichten. Da ist es gut, wenn man auf dem Schlitten den Namen eines Sponsors platzieren kann. Und sei es, dass es sich dabei um eine Erotik-Plattform wie "OnlyFans" handelt, bei der manche vor Prüderie die Nase rümpfen. Für Buckwitz ist ihr Auftritt mit dem neuen Werbepartner samt eigenem Account nichts anderes als einer bei Instagram. Es soll um sportliches Knowhow, um Technik, Taktik und Ausrüstung gehen. Und sicher auch, wie man sich so fühlt, kurz vor den Olympischen Spielen in Cortina d'Ampezzo.
"In meiner Randsportart Bobsport ist es schwierig, überhaupt noch Sponsoren zu finden", sagte Buckwitz gegenüber dem Sender RBB, "deshalb finde ich es toll, dass ich so ein großes Unternehmen wie OnlyFans jetzt an meiner Seite habe, die meinen Bobsport finanzieren und fördern. Ich manage ein Team und habe drei Anschieberinnen. Ich muss das Geld irgendwie selbst zusammensammeln, damit ich denen auch was zurückgeben oder mal neue Kufensätze kaufen kann. Da kostet einer schon 8.000 Euro." Für die Regisseurin der Reportage stellt sich bei alldem die Frage, wie weit eine Spitzensportlerin "zwischen hartem Training, öffentlicher Selbstinszenierung und dem Kampf für Body Positivity" gehen soll, um den Traum vom Olympiagold am 20. Februar wahr werden zu lassen. Ein spannender Einblick hinter die Kulissen des olympischen Hochleistungssports.
Lisa Buckwitz: OnlyBob – Mein Körper. Mein Kapital. – So. 18.01. – ZDF: 17.15 Uhr
