Bundesliga: Immer noch keine Niederlage für den FC Bayern – wie kann das sein?

Published 2 hours ago
Source: stern.de
Bundesliga: Immer noch keine Niederlage für den FC Bayern – wie kann das sein?

Ein Schützenfest nach dem anderen und noch keine Niederlage: Übermächtig weist der FC Bayern die Konkurrenz in die Schranken. Was macht den Rekordmeister so stark?

14 Siege, zwei Unentschieden, null Niederlagen. 63 Tore in 16 Spielen – also fast vier pro Partie. Gleichzeitig nur zwölf Gegentore. Vor dem 17. Spieltag schon elf Punkte Vorsprung auf den Zweiten.

Die Zahlen sprechen für sich: Der FC Bayern ist stark, vielleicht so stark wie noch nie. In der Bundesliga zieht der Rekordmeister unangefochten seine Kreise an der Spitze, die 35. Deutsche Meisterschaft ist eigentlich nur noch Formsache. Die Übermacht der Münchner musste zuletzt der VfL Wolfsburg erfahren, der zum Auftakt nach der Winterpause acht Tore eingeschenkt bekam.

Was macht diesen FC Bayern so unschlagbar? Unter anderem sind es diese sieben Gründe.

1. "Oliaz" – die neue Flügelzange des FC Bayern

Endlich wieder Zeit für ein Kofferwort beim FC Bayern! Legendär ist in München die Bezeichnung "Robbery" für das Duo Franck Ribéry und Arjen Robben, das unter anderem den Champions-League-Henkelpott in die bayerische Haupstadt brachte. Jetzt gibt es eine neue kongeniale Flügelzange: Michael Olise und Luis Díaz.

Der Franzose und der Kolumbianer bilden das neue Traumduo bei Bayern München. Auf den Außenpositionen spielen sie die Gegner schwindlig, glänzen mit Technik, Tempo, Vorlagen und eigenen Toren. Wie vielseitig beide sind, zeigt ein Blick auf die Scorer-Liste, in der sie die Plätze zwei und drei einnehmen: Olise hat neun Tore erzielt und elf aufgelegt, bei Díaz stehen ebenfalls neun Treffer und genauso viele Assists zu Buche.

2. Der "Chaos-Maker"

Dass ausgerechnet Luis Díaz zu einem so entscheidenden Faktor für das Spiel des FC Bayern werden würde, danach hatte es vor Saisonbeginn nicht unbedingt ausgesehen. Bei vielen Fans und in den Medien war die Skepsis groß: 75 Millionen Euro Ablöse für einen 28-Jährigen? Das war den meisten zu viel Geld für einen Spieler, dem man kaum noch Entwicklungspotenzial zutraute.

Schon seit Langem spricht davon niemand mehr. Sportvorstand Max Eberl nennt ihn "den kreativen Chaos-Maker". Díaz erzielte gleich in seinen ersten drei Bundesliga-Spielen drei Tore – Vereinsrekord. Längst ist er nicht mehr aus dem Bayern-Spiel wegzudenken. Nur mit seiner Roten Karte in der Champions League gegen PSG fiel er negativ auf.

3. Der beste Stürmer der Welt

Wenn es jemanden gibt, der das Flügelduo noch toppen kann, dann ist es Harry Kane. Seit er beim FC Bayern spielt, schießt der Engländer alles kurz und klein. Er trifft per Elfmeter, Abstauber, oder auch mal traumhaft in den Winkel – so wie zuletzt gegen Wolfsburg.

In dieser Form ist Kane der beste Stürmer der Welt – und in der Bundesliga ohnehin das Nonplusultra. Der Torjäger knackt alle paar Wochen neue Rekorde. Gut möglich, dass auch die 41-Tore-Marke seines Vorgängers Robert Lewandowski am Saisonende fällt.

4. Der Trainer als Moderator

Ungewöhnlich ruhig ist es derzeit beim FC Bayern. Keine Beschwerden dringen nach außen, weder aus der Mannschaft noch aus der Vereinsführung. Das liegt vor allem an Trainer Vincent Kompany, der es versteht, die Mannschaft so geräuschlos zu führen wie wenige seiner erfolgreichen (und erfahreneren) Vorgänger.

Der Belgier tariert die Befindlichkeiten im Kader geschickt aus, auch prominente Bankdrücker wie Leon Goretzka halten still. Ein himmelweiter Unterschied zu seinen Vorgängern Nagelsmann und Tuchel. Logische Folge war Kompanys Vertragsverlängerung. Interessant wird es, wenn der sportliche Erfolg mal ausbleibt.

5. Der Teenager

Im Sommer sprachen alle über Jamal Musiala und dessen langen Ausfall wegen seines Wadenbeinbruchs. Der Name Lennart Karl sagte damals kaum jemandem etwas. In der Hinrunde war es beinahe umgekehrt: Musiala wurde kaum vermisst – auch weil der 17-jährige Karl quasi aus dem Nichts groß aufspielte.

Ein Traumtor folgte auf das andere, trotz seines jungen Alters erwies sich der Teenager auf Top-Niveau gleich konkurrenzfähig. Genau die Ergänzung, die der FC Bayern noch gebraucht hat: ein Spieler aus der eigenen Jugend, der einfach Spaß macht.

6. Die Lust auf Tore und Siege

Tabellarisch mag es so aussehen, aber komplett rund lief die Hinrunde für den FC Bayern nicht – auch wenn das ein Meckern auf sehr hohem Niveau ist. Im Spätherbst und Winter tat sich der FC Bayern insbesondere gegen kleinere Teams manchmal schwer, ins Spiel zu finden. Gegen Freiburg (6:2) und St. Pauli (2:1) lag der Tabellenführer früh zurück, drehte die Spiele aber noch. 

Die Münchner lassen sich auch von Rückschlägen nicht aus dem Konzept bringen, stattdessen scheint die Lust auf Tore und Siege dann nur noch größer zu werden. Das kann in einem Kantersieg enden wie gegen Freiburg, manchmal ist aber auch ein glanzloser Treffer kurz vor Schluss (wie gegen Union, St. Pauli und Mainz) gut genug, um Schlimmeres zu verhindern.

7. Die Schwäche der Anderen

Dass der FC Bayern die Bundesliga nach Belieben dominiert, liegt mindestens genauso sehr an der Bundesliga wie am FC Bayern. In dieser Saison gibt es keinen ernsthaften Konkurrenten. Der BVB ist noch am ehesten das, was man einen Verfolger nennen könnte – allerdings oft, ohne spielerisch zu überzeugen.

Bayer Leverkusen verpatzte nach dem Umbruch den Saisonstart, Eintracht Frankfurt kann an die starken Leistungen der Vorsaison nicht anknüpfen, Stuttgart fehlt die Konstanz, und RB Leipzig haben die Bayern gleich am ersten Spieltag mit einem 6:0 eingenordet.

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