Willkommen und Abschied. Auch in einem Zoo gibt es für Tierpfleger neben vielen freudigen Momenten Trauer um Verluste. 2025 wird dennoch als guter Jahrgang in die Geschichte des Zoos eingehen.
Der Dresdner Zoo hatte im vergangenen Jahr mehr Besucher. Laut der jährlichen Inventur kamen 492.513 Menschen in die Anlagen im Großen Garten der Landeshauptstadt. Im Jahr zuvor waren es 470.660. Der Zuwachs wird auch auf das neue Orang-Utan-Haus zurückgeführt, mit dem der Zoo 2024 die größte Investition seiner Geschichte vollendet hatte. Die Anlage kostete rund 22 Millionen Euro.
Zoo gelangen besondere Zuchterfolge
Nach dem Ergebnis der Inventur sind im Dresdner Zoo 949 Tiere in 204 Arten beheimatet, wobei Individuen wie Schwarmfische oder Insekten nicht mitgezählt werden. Erstmals waren im vergangenen Jahr hier unter anderem der Südliche Brillenlangur (eine Primatenart), Weißrüsselnasenbär, Alpenkrähe und Sonnenvogel zu sehen. Zum ersten Mal gelang dem Zoo die Nachtzucht eines Glattotters, eines indischen Fischotters. Als besondere Zuchterfolge gelten außerdem ein Orang-Utan, zwei Binturongs (Marderbär), ein Karakal, ein Gänsegeier und drei Kahlkopfibisse.
Hugo III bringt 156 Kilogramm auf die Waage
Einige Tiere wurden in Größe und Gewicht vermessen. Jeweils vier Tierpfleger waren erforderlich, um zwei der Aldabra-Riesenschildkröten auf die Waage zu heben - Hugo II und Hugo III. Hugo der Zweite erwies sich mit 108 Kilogramm als vergleichsweise schlank, sein Gefährte dagegen mit 156 Kilo als Schwergewicht. Bei der Malaiischen Riesenblattschrecke kam es den Tierpflegern auf die Körperlänge an - immerhin 12 Zentimeter. Die Riesenblattschrecken zählen zu den größten lebenden Insektenarten.
Trauer im Zoo wegen mehrerer Todesfälle
Allerdings galt es auch Abschied zu nehmen von liebgewonnenen Tieren. Die 13 Jahre alte Löwin Abaja wurde wegen ihres immer schlechter werdenden Gesundheitszustands eingeschläfert. Weitere Todesfälle betrafen einen Schneeleoparden, einen Kleinen Panda und zwei Rosapelikane. Als Zugänge kamen unter anderem zwei Zebras, ein Buntmarder und drei Kaiserschnurrbarttamarine nach Dresden. Auch ein Schneeleopard wurde wieder in den Bestand genommen. 2026 werden etwa zwei Kleine Pandas, ein Rothund, ein Orang-Utan und ein Weißrüsselnasenbär erwartet.
Gänsegeier für Auswilderungsprojekt in Italien
Zwei männliche Gänsegeier aus eigener Nachzucht wurden für ein Wiederansiedlungsprojekt im Naturschutzgebiet Lago de Cornino in Norditalien abgegeben. Über Artenschutzprojekte nahm der Zoo gut 300.000 Euro ein und zahlte 320.000 Euro an solche Projekte in aller Welt aus.
Anlage für Zebras und Giraffen wird erweitert
Größte Baumaßnahme im neuen Jahr ist die Erweiterung der Giraffen- und Zebraanlage. Die Kosten dafür werden auf etwa 500.000 Euro veranschlagt und sollen ausschließlich über Spenden realisiert werden. Bis jetzt sind bereits 300.000 Euro zusammengekommen, hieß es.
Der Dresdner Zoo wurde 1861 gegründet und ist nach den Einrichtungen in Berlin, Frankfurt/Main und Köln der viertälteste deutsche Zoo.
