Krankenhäuser: Malteser übernehmen Diako-Krankenhaus in Flensburg

Published 2 hours ago
Source: stern.de
Krankenhäuser: Malteser übernehmen Diako-Krankenhaus in Flensburg

Das Diako Krankenhaus in Flensburg wechselt den Träger: Die Malteser übernehmen alle Anteile. Welche Auswirkungen hat diese Entscheidung?

Das evangelische Diako Krankenhaus in Flensburg wird katholisch. Die Diako übertrage - vorbehaltlich der rechtlichen Prüfungen – der Malteser Deutschland gemeinnützige GmbH zum 1. März 2026 ihre gesamten Anteile am bestehenden Diako Krankenhaus, teilten die Diako und das Flensburger Malteser Krankenhaus St. Franziskus-Hospital mit. Aufsichtsrat und Vorstand des Diako-Verbundes haben sich demnach für die Übertragung des Krankenhauses entschieden, um die eigenen Kräfte zu bündeln.

Der Trägerwechsel von der Diakonie zu den Maltesern lässt den Angaben zufolge alle Arbeitsverträge unberührt. "Der Arbeitgeber bleibt die Diako Krankenhaus gGmbH", heißt es. Ein konkreter Stellenabbau sei nicht geplant. Allerdings wird das Diako Krankenhaus demnach einen neuen Namen bekommen. Dies sei im Sinne beider Träger so abgestimmt worden. Der Name soll zu gegebener Zeit kommuniziert werden.

Für die bestmögliche laufende medizinische Versorgung für Flensburg wollen den Angaben zufolge beide Krankenhäuser, Diako Krankenhaus und St. Franziskus-Hospital, an ihren Standorten weiterhin sehr eng zusammenarbeiten, bis ein Umzug in den Neubau des Fördeklinikums erfolgen kann. 

Keine Schwangerschaftsabbrüche mehr ab März

Eine erste konkrete Auswirkung der Übernahme ist schon absehbar: "Ab dem Vollzug des Trägerwechsels finden im Diako Krankenhaus keine Schwangerschaftsabbrüche nach Beratungsleistung statt", teilte eine Sprecherin des Franziskus Hospitals mit. Dies war ursprünglich erst im neuen Krankenhaus vorgesehen. 

Am Fahrplan für neues Fördeklinikum ändert sich nichts

Die Malteser übernehmen zudem die Trägerschaft des geplanten Fördeklinikums vollständig. Bisher war geplant, dass Diako und Malteser das neue Krankenhaus gemeinsam in ökumenischer Trägerschaft betreiben. Am Fahrplan zur Realisierung und Ausgestaltung des Fördeklinikums ändert die Anteilsverschiebung den Angaben zufolge nichts: Das neue Klinikum soll bis 2030 fertiggestellt werden. Auch das medizinische Konzept des geplanten Fördeklinikums bleibt durch die Neuordnung der Trägerschaft unverändert.

Der Geschäftsführer der Malteser Deutschland, Ulf Reermann, sagte: "Wir Malteser übernehmen gerne die Gesamtträgerschaft des künftigen Fördeklinikums und zwischenzeitlich auch die Verantwortung für das Diako Krankenhaus." 

Von zentraler Bedeutung bleibt den Angaben zufolge der ökumenische Gesundheitscampus, den beide Partner gemeinsam planen. Auf diesem sollen neben dem neuen Krankenhaus unter anderem eine Erwachsenen- und Kinderpsychiatrie der Diako Nordfriesland sowie – auch künftig in gemeinsamer Trägerschaft von Diako und Maltesern – das ökumenische Bildungszentrum für Berufe im Gesundheitswesen (ÖBiZ) entstehen.

Diako-Vorstand: Schritt für Zukunft des Fördeklinikums notwendig

Pastor Dirk Outzen vom Vorstand der Diako sagte, nach eingehender Prüfung und im besten Sinne der Krankenhausstrukturreform sei dieser Schritt notwendig geworden, um die wirtschaftlichen und gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen für die Zukunft des Fördeklinikums zu erhalten. "Wir sind den Maltesern sehr dankbar, dass sie sich bereit erklärt haben, ihr Engagement kurzfristig und langfristig deutlich zu erhöhen und somit das Fördeklinikum wie geplant zu ermöglichen." Er dankte zudem den Diako-Mitarbeitern "für ihre sehr gute Arbeit (...) sowie die weitgehend erfolgreiche Sanierung".

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