Bisher hat der Berliner Senat die Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele sehr theoretisch behandelt. In den kommenden Wochen soll der Kampf um die Spiele sichtbar werden.
Die Berliner Bürger werden in den kommenden Wochen öffentlich auf eine Bewerbung Berlins für Olympische und Paralympische Spiele eingestimmt. "Ende Januar/Anfang Februar wird die Bewerbung auf Plakaten und digital in der Öffentlichkeit sichtbar werden", sagte Berlins Olympia-Botschafter Kaweh Niroomand im Berliner Abgeordnetenhaus, "zudem wird es eine Auftaktpressekonferenz geben." Im Februar werden auch die angekündigten Beteiligungsverfahren starten und das Kuratorium ein zweites Mal zusammenkommen.
Bis zum 16. April sollen diverse Workshops, aber auch Online-Seminare sowie Kieztouren die Berliner für die Spiele sensibilisieren. Die Verantwortlichen versprechen sich durch den Austausch "eine facettenreiche Auseinandersetzung", wie eine Bewerbung für nachhaltige Spiele aussehen könnte.
Abschlussforum führt Ergebnisse auf
Die Kuratoriumsmitglieder aus Politik, Wirtschaft, Sport und Sozialem wie Weitsprung-Olympiasiegerin Malaika Mihambo, Handelsverband-Geschäftsführer Nils Busch-Petersen oder Dietmar Bartsch von den Linken sowie der katholische Erzbischof Heiner Koch, nehmen an den einzelnen Beteiligungsverfahren teil. Auf einem Abschlussforum in Präsenzform werden die Ergebnisse der einzelnen Stränge präsentiert und diskutiert.
Daneben erstellt die Innenverwaltung ein Durchführungskonzept mit den für die Spiele vorgesehenen Sportstätten. Nach der Budget-Erstellung wird es einen weiteren Infrastruktur-Entwurf geben, der den zusätzlichen Bedarf eruiert. "Dazu gehören Wohnungen, Straßen, die angrenzenden Turnhallen oder die Barrierefreiheit", sagt Niroomand. In dieses Budget würden Gelder vom Senat, vom Bund oder von privaten einfließen, sagt der Olympia-Botschafter: "In Paris sind bei diesem Schritt 80 Turnhallen saniert worden."
DOSB entscheidet am 26. September
Niroomand hofft, dass die Beteiligungsverfahren den Berlinern Lust auf Olympia machen. Fast zeitgleich wird das Abgeordnetenhaus über eine Bewerbung entscheiden, nachdem die Volksinitiative zur Bewerbung um die Spiele die notwendige Zahl von 20.000 Unterschriften übertroffen hatte.
Der DOSB wird dann am 26. September in einer außerordentlichen Sitzung in Baden-Baden über den deutschen Bewerber entscheiden. Neben Berlin bewerben sich München, Hamburg und die Rhein-Ruhr-Region. Unklar sind immer noch die fehlenden Parameter vom Internationalen Olympischen Komitee für eine Bewerbung sowie den Zeitpunkt. Deshalb bewirbt sich der DOSB für die Spiele von 2036, 2040 und 2044.
