Winterwetter: Hamburg atmet nach Schneesturm "Elli" durch

Published 21 hours ago
Source: stern.de
Winterwetter: Hamburg atmet nach Schneesturm "Elli" durch

Nach Schneesturm "Elli" entspannt sich die Lage in Hamburg. Doch Winterwetter und Glatteisgefahr bleiben – was das für Reisende und den Verkehr bedeutet.

Nachdem Schneesturm "Elli" das Leben ordentlich durcheinandergewirbelt hat, atmet Hamburg erst einmal durch. Der Verkehr in der Hansestadt normalisierte sich im Laufe des Sonnabends wieder. Allerdings fällt der Bahnverkehr auf mehreren wichtigen norddeutschen Bahnstrecken noch bis voraussichtlich Sonntag aus. Betroffen ist unter anderem die wichtige Nord-Süd-Strecke von Hamburg über Hannover nach Frankfurt. Der Regional- und S-Bahnverkehr normalisierte sich dagegen langsam. Auf den Straßen gab es nach Angaben der Polizei keine größeren Unfälle.

Viele Menschen am Hamburger Hauptbahnhof

Der Hamburger Hauptbahnhof wurde für viele Reisende zum unfreiwilligen Aufenthaltsort. Nach dem Wintersturm "Elli" bleibt der Fernverkehr stark eingeschränkt – mit spürbaren Folgen für Reisende. Die Koffer standen dicht an dicht, Menschen saßen auf ihren Taschen oder lehnten an Anzeigetafeln, die mehr Ausfälle als Abfahrten zeigen.

Vor dem Reisezentrum bildeten sich lange Schlangen. Manche. Reisende gaben auf. Norma Nagorsnik wollte eigentlich in die tschechische Hauptstadt Prag. "Wir wollten gestern schon nach Prag fahren. Der Zug wurde gecancelt. Dann gab es Alternativen gestern und heute, aber die Züge sind auch alle ausgefallen. Jetzt brechen wir ab. Die Laune ist im Keller."

Lage in den Notaufnahmen "beherrschbar"

Durch das Winterwetter kam es zu einigen Sturzverletzungen. Die Notaufnahmen der Krankenhäuser waren aber nicht außerordentlich belastet. Die Lage sei "beherrschbar", hieß es bei den Asklepios-Kliniken in Hamburg. "Am Freitag haben sich die Menschen an die Empfehlungen der Stadt gehalten und sind zu Hause geblieben", sagte ein Asklepios-Sprecher. Am Samstag war dann wieder mehr auf den Straßen und Fußwegen los. So sei es zu klassischen Sturzverletzungen mit leichten Frakturen gekommen.

Einschränkungen am Flughafen

Wegen des Sturmtiefs "Elli" kam es am Hamburger Flughafen zu Einschränkungen und Verzögerungen. Schon am Freitag wurden infolge des Sturmtiefs Flüge gestrichen. Bis Freitagmittag wurden 25 Starts und 22 Landungen abgesagt, teilte der Flughafen auf seiner Internetseite mit. Flugreisende wurden aufgefordert, sich vor Abflug bei ihrer Airline über den Status des Fluges zu informieren.

Trotz des Sturmtiefs verzeichnete die Polizei zunächst keine auffällige Verkehrslage in der Stadt. Neben Verkehrsbehinderungen durch zwei festgefahrene Lastwagen auf der Autobahn 7 gab es wenige Glätteunfälle. Die Lage sei ruhiger als erwartet, was daran liege, dass viele Menschen zu Hause geblieben seien, teilte ein Sprecher mit.

Wetteraussichten: Vorerst weiter winterlich

Für den heutigen Samstag sei nur noch im südlichen Niedersachsen und an der Ostseeküste mit einigen Schneeschauern zu rechnen, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Hamburg auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings bleibt das Wetter winterlich. In der Nacht zu Sonntag soll es bitterkalt werden, in der Nacht zu Montag droht dann Glatteisgefahr.

In der kommenden Nacht werde die trockene Luft "arktisch kalt", sagte der Meteorologe. Im Binnenland von Schleswig-Holstein und Niedersachsen dürften minus 10 Grad Celsius "das höchste der Gefühle in Sachen Wärme" werden. An den Küsten sollen die Temperaturen bei minus 5 bis minus 3 Grad Celsius liegen. Der Sonntag selbst wird dann überwiegend ohne Niederschlag erwartet.

Anders soll sich die Wetterlage zum Wochenbeginn entwickeln. Aus Richtung Westen erwartet der DWD-Experte Niederschlag, der mit Schnee beginnt und dann in Regen übergeht. Das sei dann mit Glatteisgefahr verbunden. Im Laufe des Montags sollen es dann über 0 Grad Celsius werden und auch leichtes Tauwetter einsetzen.

Warnung vor dem Betreten von Eisflächen

Die Hamburger Umweltbehörde warnte vor dem Betreten von teils gefrorenen Gewässern. Es besteht Einbruch- und Lebensgefahr, wie ein Sprecher der Umweltbehörde mitteilte. Zwar entstand auf einigen Gewässern schon eine Eisschicht, jedoch sei diese oft nur wenige Zentimeter dick.

Dem Sprecher der Behörde zufolge braucht es viele Tage bei deutlichen Minustemperaturen, damit Gewässer wirklich sicher zufrieren. Das sei zurzeit nicht gegeben. "Deswegen können wir nur eindrücklich vor dem Betreten warnen", so der Sprecher.

Fußballfans müssen zu Hause bleiben

In der Fußball-Bundesliga führte das Schneechaos im Norden zu zwei Spielabsagen: Wenige Stunden nach dem Aus für die Partie des FC St. Pauli gegen RB Leipzig wurde auch das Spiel des SV Werder Bremen gegen die TSG Hoffenheim gestrichen.

Categories

HamburgSchneesturmSonntagPolizeiPragHannoverFrankfurtNiedersachsenNormaKrankenhäuser