Winterwetter: Wie weit nach Norden kommen Schnee und Sturm voran?

Published 1 day ago
Source: stern.de
Winterwetter: Wie weit nach Norden kommen Schnee und Sturm voran?

Zu Wochenbeginn klangen manche Wetterprognosen für Hamburg und Schleswig-Holstein dramatisch. Jetzt sieht das schon anders aus. Schnee und Sturm soll es dennoch geben.

Nach der Vorhersage eines Sturmtiefs mit starkem Schneefall haben sich die Prognosen zumindest für Teile Schleswig-Holsteins deutlich abgeschwächt. In weiten Teilen Norddeutschlands muss nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Freitag im Tagesverlauf mit nennenswertem Neuschnee gerechnet werden, der aufgrund des starken Ostwindes auch verwehen kann.

Bis zu 15 Zentimeter Schnee erwartet

Verbreitet sei dann mit Neuschneemengen von 5 bis 10 Zentimetern zu rechnen, regional seien bis zu 15 Zentimeter möglich. Noch ließen sich Schwerpunkte aber nicht genau festlegen. Straßen und Wege könnten dadurch immer wieder mit Schnee zugeweht werden. Ab Freitagnachmittag gebe es zudem Dauerfrost.

Vor allem an den Küsten müssen sich die Menschen zudem auf Sturm einstellen. Direkt an der Nordseeküste sind dem Wetterdienst zufolge orkanartige Böen aus Osten möglich. Für das Küstenumfeld und das angrenzende Binnenland sind stürmische Böen und Sturmböen angekündigt. Die Schneefälle sollen im Laufe des Wochenendes nachlassen.

Der Wetterwelt-Meteorologe Sebastian Wache sagte den "Kieler Nachrichten", er rechne damit, dass die Schneefront etwa bis zur Linie St. Peter-Ording - Neumünster - Lübeck vorankomme und dann vom Oststurm gebremst werde.

Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber hatte die Bevölkerung vorsichtshalber aufgefordert, nicht notwendige Fahrten zu vermeiden, Gegenstände im Freien zu sichern, sowie den aktuellen Wetter- und Warnmeldungen der offiziellen Stellen zu folgen. Außerdem sei es sinnvoll, sich mit Lebensmitteln für mindestens drei Tage einzudecken, damit der Wohnbereich während der schwierigen Wetterlage nicht verlassen werden muss. Die Stadt Fehmarn habe alle notwendigen Stellen in Bereitschaft versetzt. Ähnlich äußerte sich der Kreis Ostholstein.

Schulfrei in Hamburg?

In Hamburg könnte der erwartete Schneesturm zu Schulfrei führen. "Wir beobachten die Lage und sind insbesondere mit dem Deutschen Wetterdienst im Austausch", sagte ein Sprecher der Schulbehörde. Die Schulen würden spätestens am Donnerstag in einem Schulbrief noch einmal über die geltenden Regeln informiert.

Demnach können Eltern generell bei einer nachweisbaren Gefährdungslage für den Schulweg entscheiden, ob ihr Kind zur Schule gehen soll oder nicht. Ist Letzteres der Fall, müssten die Kinder aber bei der Schule abgemeldet werden.

Zudem könnten die einzelnen Schulen "aufgrund von Erfahrungswerten entscheiden, den Unterrichtsbetrieb am Freitag einzuschränken oder ganz abzusagen", sagte der Sprecher.

Winternotprogramm für Obdachlose ausgeweitet

Obdachlose Menschen können in der Hansestadt aufgrund der anhaltend frostigen Temperaturen das Winternotprogramm rund um die Uhr nutzen. Mit Blick auf die Wetterlage seien die Übernachtungseinrichtungen in Hammerbrook und Moorfleet bis mindestens kommenden Montag ganztägig geöffnet, sagte ein Sprecher der Sozialbehörde.

Im Rahmen des Winternotprogramms bieten die 400 Plätze in der Friesenstraße in Hammerbrook und die gut 300 Plätze in der Châu-und-Lân-Straße in Moorfleet Obdachlosen von November bis März ein Dach über dem Kopf – zusätzlich zu den ständigen Notübernachtungsstätten im Pik As in der Eiffestraße (330 Plätze) und der Frauen-Einrichtung Hinrichsenstraße (60 Plätze).

Die Verkehrsbehörde in der Hansestadt setzte angesichts der heftigsten Schneefälle seit 15 Jahren und dem ständigen Wechsel von Tau- und Frostzeiten das Verbot von Streusalz auf Gehwegen bis zum 21. Januar aus.

Die Verkehrsteilnehmer haben sich offenbar an das winterliche Wetter angepasst. Polizei und Feuerwehren meldeten keine nennenswerten Einsätze. Auch der öffentliche Personennahverkehr lief.

Winterdienste sind im Einsatz

In Kiel sorgen aktuell zwischen 140 und 160 Mitarbeiter des Winterdienstes mit 80 Kleinfahrzeugen und 20 Lastwagen für freie Straßen. "Im Moment sind die Kieler Straßen schwarz und der Verkehr läuft ohne Störung", sagte der zuständige Bereichsleiter Ralf Jansen.

In Hamburg war nach Angaben der Stadtreinigung in der Nacht zu Mittwoch wegen ausbleibender Niederschläge kein Volleinsatz des Winterdienstes notwendig. Es seien rund 100 Mitarbeiter draußen gewesen, die die Situation regelmäßig überprüft hätten.

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