Mit dem neuen Mindestlohn steigen in Thüringen die Einkommen für rund 160.000 Beschäftigte. Besonders profitieren Frauen und Jobs in Betrieben ohne Tarifbindung.
Von dem seit Januar geltenden höheren Mindestlohn profitieren in Thüringen Schätzungen zufolge rund 160.000 Beschäftigte. Das sei etwa jeder fünfte (rund 19 Prozent) Job in Thüringen, teilte die SPD-Fraktion unter Berufung auf das Statistische Landesamt mit.
Damit wirke sich die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns von zuvor 12,82 Euro auf jetzt 13,90 Euro erheblich auf die Situation im Freistaat aus, erklärte der SPD-Arbeitsmarktpolitiker Moritz Kalthoff. "Diese Anpassung stärkt vor allem Beschäftigte mit geringen Einkommen und wirkt dem wachsenden Druck auf Haushaltsbudgets entgegen."
Tarifbindung wirkt stabilisierend
Vor allem Frauen komme die Erhöhung zugute: Während 21,1 Prozent der Arbeitnehmerinnen profitierten, seien es bei den Männern 17,1 Prozent. Besonders deutlich wird der Effekt der Mindestlohnerhöhung den Angaben nach auch in Betrieben ohne Tarifbindung: Dort könne die Erhöhung die Verdienste von 28 Prozent aller Jobs beeinflussen.
In tarifgebundenen Betrieben liege dieser Anteil bei 8,3 Prozent. Das unterstreiche, dass Tarifverträge Beschäftigte zusätzlich absicherten und Einkommensentwicklungen planbarer machten, so Kalthoff.
Für das Jahr 2027 ist eine weitere Anhebung des Mindestlohns auf 14,60 Euro vorgesehen. Nach den aktuellen Schätzungen würden davon rund 207.000 Jobs in Thüringen profitieren – das seien etwa 24,6 Prozent der insgesamt rund 840.000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse im Freistaat.
