Fünf Tage nach dem großflächigen Stromausfall in Berlin soll das Problem nun gelöst werden. Die Versorgung soll am Mittwoch wieder anlaufen. Ob das auch klappt, bleibt abzuwarten.
Gegen 11 Uhr am Vormittag soll der großflächige Stromausfall im Südwesten Berlins behoben sein. Das erfuhr der Sender RTL am Mittwoch aus dem Umfeld der Berliner Senatskanzlei. Der Betreiber beginne nun schrittweise mit der Wiederversorgung in den betroffenen Gebieten. Allerdings bleibt unklar, ob am Vormittag alle betroffenen Haushalte wieder mit Strom versorgt werden. Das werde noch im Krisenstab besprochen.
"Wir arbeiten an einer Wiederversorgung heute im Laufe des Tages", sagte ein Sprecher der Firma Stromnetz Berlin. "Es ist mir persönlich wichtig, dass wir jetzt die Menschen beim Wiederhochfahren unterstützen, damit insbesondere Heizungsanlagen keinen Schaden nehmen", teilte Berlins Oberbürgermeister Kai Wegner (SPD) mit. "Wir werden aus dieser Lage die notwendigen Schlüsse ziehen und die Resilienzstruktur Berlins weiter verbessern."
Der Stromausfall war den Angaben zufolge der längste der Nachkriegsgeschichte in der Hauptstadt. Erst im vergangenen September hatte es nach einem Brandanschlag im Südosten der Stadt zu einem rund 60-stündigen Blackout geführt. Damals waren zunächst rund 50.000 Stromkunden von dem Störfall betroffen.
Brandanschlag von Linksextremisten auf Berliner Stromnetz
Seit Samstagmorgen waren zunächst insgesamt 45.000 Haushalte und 2200 Gewerbeeinheiten ohne Strom, am Mittwoch waren weiterhin 19.900 Haushalte und noch etwa 850 Betriebe betroffen. Grund für den großflächigen Stromausfall im Südwesten Berlins war ein Brandanschlag auf eine Kabelbrücke am Teltowkanal, der aller Wahrscheinlichkeit nach auf das Konto von Linksextremisten geht.
Bei den Ermittlungen zu den Tätern gibt es noch keine Ergebnisse. Die Polizei sprach von sehr umfangreicher Tatortarbeit. Die sogenannten "Vulkangruppen", die sich zu dem Anschlag in einem Schreiben bekannten, sind den Ermittlern bereits länger bekannt. Seit 2011 sollen sie vor allem in Berlin und Brandenburg immer wieder Brandanschläge auf die öffentliche Infrastruktur verübt haben.
Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat inzwischen die Ermittlungen übernommen. Aus Sicht der obersten deutschen Strafverfolgungsbehörde besteht der Verdacht auf verfassungsfeindliche Sabotage, Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Brandstiftung und Störung öffentlicher Betriebe.
Politiker sprechen von Terrorismus
Berlins Innenverwaltung hatte das Bekennerschreiben am Sonntag als authentisch eingestuft. Innensenatorin Iris Spranger (SPD) sprach - wie zuvor der Regierende Bürgermeister Wegner – von "Linksterrorismus". Täter hätten bewusst und wissentlich in Kauf genommen, dass Menschen zu Schaden kämen. Auch CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann sagte im "Frühstart" von RTL und ntv: "Das ist Terror. Das ist Linksextremismus."
Bis Donnerstagnachmittag will der Betreiber Stromnetz Berlin die komplette Stromversorgung wiederherstellen. Am Mittwochmorgen waren nach Angaben des Betreibers noch rund 19.900 Haushalte und 850 Gewerbebetriebe ohne Strom. Dank Notstromaggregaten öffneten etliche Supermärkte. Auch Handys hatten vielfach wieder Netz, weil zahlreiche Mobilfunkmasten wieder in Betrieb waren.
Die Senatsverwaltung bat die Menschen im Südwesten, bis spätestens 10.30 Uhr private Notstromaggregate abzuschalten, um die Stromversorgung insgesamt gewährleisten zu können. Elektrogeräte sollten vom Netz getrennt werden. Während der Wiederanschaltung könne es zu kurzzeitigen Stromunterbrechungen kommen, hieß es.
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