Stromausfall: SHK-Innung rät: Jetzt Heizungen und Leitungen prüfen

Published 1 day ago
Source: stern.de
Stromausfall: SHK-Innung rät: Jetzt Heizungen und Leitungen prüfen

Nach dem Stromausfall drohen Frostschäden und defekte Heizungen. Experten raten jetzt zum schnellen Handeln, allerdings auch zur Vorsicht.

Frost und Stromausfall könnten Heizungen und Wasserleitungen in Gebäuden beschädigen. Nach dem großflächigen Stromausfall im Berliner Südwesten ruft die SHK-Innung Berlin Verbraucher deshalb dazu auf, frühzeitig sich bei Fachleuten zu melden. "Wir ermuntern die Verbraucher und die Kunden wirklich, ihre Installationsbetriebe zu kontaktieren, um Folgeschäden zu verhindern", betont Sprecherin Stephanie Irrgang von der Innung, die für Betriebe aus den Bereichen Sanitär, Heizung, Klempner, Klima zuständig ist.

Geräte nicht selbst entleeren oder abschalten

Die Innung rät, nicht selbst in die Installationsanlagen einzugreifen. "Ein Abschalten oder die Entleerung von Geräten sollte nur in Absprache mit dem Fachbetrieb vorgenommen werden", so die Empfehlung. Bei Wärmepumpen sei es allerdings ratsam, diese Geräte vom Netz zu trennen, um ein automatisches Einschalten der eingefrorenen Anlage zu verhindern, sobald der Strom wieder fließe. 

Auch bei der Wiederinbetriebnahme nach dem langen Stillstand sei eine Überwachung durch den zuständigen Fachbetrieb sinnvoll. Auch ohne Frostschäden sei damit zu rechnen, dass Heizungen neu eingestellt und Temperaturen neu programmiert werden müssen. Hinsichtlich der Vereisung von Wasserleitungen empfiehlt die Innung, regelmäßig Wasser zu zapfen, damit stagnierendes Wasser nicht frieren kann auch nachts jeweils einmal. 

Noch sei die Lage überschaubar, größere Havariefälle seien bislang nicht bekannt. Ende der Woche, wenn der Strom wieder fließe, könne die Lage eine andere sein, so die Sprecherin. Viele Menschen hätten ihre Häuser verlassen und bemerkten mögliche Frostschäden womöglich gar nicht.

Pauschale Aussagen nicht möglich 

Pauschale Aussagen seien nicht möglich: "Es ist einfach wichtig, jede Anlage einzeln zu betrachten. Schon dieser langanhaltende Stromausfall ist natürlich nicht gut – für keine Pumpe und für kein elektronisches Gerät", so die Sprecherin. 

Für die Wasserleitungen in Gebäuden sind die jeweiligen Eigentümer zuständig, für das Berliner Wassernetz die Wasserbetriebe. Deren Sprecher Stefan Natz betonte, dass das Wasser nach wie vor laufe und es nicht zu Havarien gekommen sei. "Aus unserer Sicht gibt es keine Versorgungseinschränkungen", sagte Natz. Die Versorgung mit Trinkwasser und die Abwasserentsorgung sei mit Notstromaggregaten und Saugewagen gesichert, so Natz. 

Im Gebiet des Stromausfalls in Berlin-Zehlendorf ist die Feuerwehr in der Nacht zu einem Wasserrohrbruch gerufen worden. Im zweiten Stock eines Mietshauses in der Potsdamer Chaussee im Ortsteil Nikolassee seien größere Mengen Wasser ausgetreten und durch das Haus bis in den Keller gelaufen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Ob der Rohrbruch durch den starken Frost im Zusammenhang mit dem Stromausfall und einem Heizungsausfall entstanden sei, sei möglich, aber derzeit nicht bekannt, sagte der Sprecher.

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