Im Mordprozess um den tödlichen Angriff auf einen schlafenden 35-Jährigen gesteht einer der beiden Angeklagten. Er schildert, er sei unter Druck zum Helfer geworden.
Der Prozess gegen zwei Männer wegen Mordes an einem 35-Jährigen hat vor dem Landgericht Lübeck mit einem umfassenden Geständnis des jüngeren Angeklagten begonnen. Der heute 23-Jährige beteuerte, er sei nur unter Druck zum Helfer des heute 39 Jahre alten zweiten Angeklagten geworden. Dieser habe zunächst mit einer Holzlatte mehrfach gegen den Kopf des schlafenden Opfers geschlagen und dann den Mann so attackiert, dass er erstickte. Die Tat passierte am Morgen des 12. Mai 2021 in der Wohnung des Opfers in Ratzeburg.
Staatsanwaltschaft geht von heimtückischer Tat aus
Die Staatsanwaltschaft wirft beiden Angeklagten vor, den Mann gemeinschaftlich heimtückisch getötet zu haben. Der ältere Angeklagte mit iranischer Staatsbürgerschaft schwieg zu Prozessbeginn.
Das Opfer war der ehemalige Lebensgefährte der Schwester des geständigen 23-jährigen Afghanen. Der ältere Angeklagte war zum Tatzeitpunkt der Lebensgefährte der Schwester. Grund für die Tat war nach Angaben des jungen Mannes, dass das spätere Opfer die Trennung nicht akzeptieren wollte und seine Schwester nicht in Ruhe gelassen habe.
Der 39-Jährige habe ihn aufgefordert, das spätere Opfer in eine Falle zu locken, sagte der 23-Jährige. Das habe er zunächst abgelehnt, sich nach Bedrohung durch den älteren Angeklagten aber doch dazu bereit erklärt. Er habe in der Wohnung des Opfers übernachtet und am Morgen die Tür für die Tat geöffnet.
Er habe sich zunächst hinter dem Sofa verkrochen, dann aber nach Aufforderung die Beine des Opfers festgehalten. Später hätten sie gemeinsam die Leiche in Alt-Mölln (Kreis Herzogtum Lauenburg) vergraben. "Ich war 19 Jahre damals, ich habe einfach mitgemacht", sagte der junge Angeklagte. "Ich war so ein Dummkopf."
Junger Angeklagter stellt sich der Polizei in Nordrhein-Westfalen
Die beiden Männer waren früh in Verdacht geraten und hatten auch in Untersuchungshaft gesessen. Sie kamen aber wegen fehlender Beweise wieder auf freien Fuß. Die Leiche wurde im Dezember 2022 entdeckt. Der jüngere Angeklagte hatte sich nach einer Auseinandersetzung mit seinem Vater, der von der Tat gewusst habe, in Nordrhein-Westfalen der Polizei gestellt. Seine Mutter und weitere Familienangehörige, denen er sich anvertraut habe, hätten ihn dazu aufgefordert, sagte der junge Mann.
