Bei der Landtagswahl werden die Weichen für die Landespolitik der folgenden fünf Jahre gestellt. Eine Frau und zwei Männer haben Ambitionen auf das Amt des Regierungschefs angemeldet. Was wollen sie?
In diesem Jahr wird der Landtag in Mecklenburg-Vorpommern neu gewählt. Wahltag ist der 20. September. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) will ihr Amt verteidigen, aber zwei Männer melden auch Ambitionen auf den Chefsessel in der Staatskanzlei an: Daniel Peters von der CDU und Leif-Erik-Holm von der AfD.
Peters ist Landesvorsitzender der CDU und führt auch die Landtagsfraktion. Holm ist einer von zwei Landesvorsitzenden der AfD sowie Bundestagsabgeordneter. Schwesig ist Landesvorsitzende die SPD in Mecklenburg-Vorpommern.
Die jüngste Wahlumfrage aus dem September 2025 sah die AfD weit vorn mit 38 Prozent, die SPD deutlich dahinter bei 19 Prozent und die CDU bei 13 Prozent. Zum Beginn des Wahljahres sagen die drei Kontrahenten, was ihnen wichtig ist:
Manuela Schwesig: "Land stabil und verlässlich entwickeln"
"Bei der Landtagswahl geht es darum, das Land mit mir als Ministerpräsidentin weiter stabil und verlässlich zu entwickeln - oder die AfD ans Ruder zu lassen, die Chaos und Gefahr bedeutet", sagt die 51-Jährige. Sie wolle alle Kraft dafür einsetzen, dass sich das Land wirtschaftlich gut entwickele, gerade in diesen schwierigen wirtschaftlichen Zeiten. "Dass Arbeitsplätze gesichert werden und neue entstehen. Dass ich weiter daran arbeite, dass die Löhne steigen."
Sie stehe auch für den sozialen Zusammenhalt des Landes, so Schwesig weiter. Dazu gehörten die gebührenfreie Kita, die Sanierung von Schulen, Mobilität durch das Rufbussystem sowie das vergünstigte Azubi- und Seniorenticket. "Es ist wichtig, dass wir uns diesen sozialen Zusammenhalt bewahren und unser Land auf einem guten Kurs bleibt. Deshalb bitte ich Sie: Informieren Sie sich in den kommenden Monaten über die Ziele der Antretenden und machen Sie von Ihrem Wahlrecht Gebrauch."
Daniel Peters: "Koalitionsvertrag für zweieinhalb Jahre"
Was würde der CDU-Politiker sofort anpacken, sollte er nach der Wahl im Herbst Ministerpräsident werden? "Junge Familien, Menschen, die hart arbeiten, müssen beim Hausbau finanziell entlastet werden. Dafür braucht es ein eigenes Landesprogramm", sagt der 44-Jährige. Zur Sicherung der medizinischen Versorgung möchte er unter anderem mehr Studienplätze einrichten.
Das Tariftreue- und Vergabegesetz, das vorschreibt, dass öffentliche Aufträge nur bekommen kann, wer den Beschäftigten Tarif zahlt, will er "verschlanken" und das gerade im Landtag befindliche Klimaschutzgesetz streichen. Den Sicherheitsbehörden will Peters mehr Handlungsmöglichkeiten geben. Für eine Verwaltungsmodernisierung, möglichst gemeinsam mit den Kommunen, würde er sofort eine Taskforce einberufen, sagt Peters.
"Im Übrigen gibt es mit mir im Falle einer Regierung mit der CDU erstmal nur einen Koalitionsvertrag für zweieinhalb Jahre. Damit will ich das Tempo bei den geplanten Vorhaben erhöhen." Die Wahlperiode in MV dauert fünf Jahre. Nach den zweieinhalb Jahren würde Peters einen neuen Vertrag mit dem Koalitionspartner schließen wollen, damit Vorhaben nicht auf die lange Bank geschoben werden und dann entweder veraltet sind oder nichts mehr werden.
Leif-Erik Holm: "Zahl der Ministerien verringern"
Sollte Holm Ministerpräsident werden, würde er nach eigenen Worten zuerst einen Kassensturz machen und "unnötige Ausgaben" im Landeshaushalt streichen. "Wir werden die Verwaltung verschlanken und die Zahl der Ministerien verringern." Für den Bürokratieabbau würde er "die Kettensäge rausholen", sagt der 55-jährige ehemalige Radiomoderator.
Die Praxis, bei der Vergabe öffentlicher Aufträge im Land eine Bezahlung nach Tarif zu verlangen, würde Holm abschaffen. "Ich will erreichen, dass unsere vielen kleinen Unternehmen nicht mehr von Landesaufträgen ausgeschlossen sind." Das Tariftreuegesetz schütze die Großen.
Holm würde außerdem eine Bildungsreform einleiten, wie er sagt. Als Ziele nennt er "mehr Power" für den naturwissenschaftlichen und praxisnahen Unterricht sowie weniger Unterrichtsausfall. Außerdem würde Holm nach eigenen Worten als Ministerpräsident den Rundfunkstaatsvertrag kündigen. Die AfD übt immer wieder Kritik an der Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.
