Wie kann sich Berlin künftig besser auf Notlagen wie Stromausfälle vorbereiten? Die Linke sieht beim Katastrophenschutz dringenden Handlungsbedarf und warnt vor Risiken für die Schwächsten.
Die Berliner Linke fordert vom schwarz-roten Senat nach dem Stromausfall im Südwesten Berlins Konsequenzen. Zehntausende Menschen sind derzeit mitten im Winter weiterhin ohne Strom und Heizung - es sei entscheidend, dass die Politik für solche Szenarien strategisch vorbereitet sei, sagte die Linke-Spitzenkandidatin für die Berliner Abgeordnetenhauswahl 2026, Elif Eralp, der Deutschen Presse-Agentur.
Der jüngste Jahresbericht des Landesrechnungshofes zeige deutlich, dass das in Berlin derzeit nicht der Fall sei. Das Land sei organisatorisch und personell nicht ausreichend auf den Krisenfall vorbereitet, bemängelt die Behörde.
"Unklare Zuständigkeiten, mangelnde Koordination zwischen Behörden und Bezirken und Sparen an der falschen Stelle schwächen die Handlungsfähigkeit unserer Stadt", kritisierte Eralp. "Das darf so nicht bleiben, gerade in Zeiten wie diesen."
Eralp: Berlin darf Menschen nicht im Stich lassen
Katastrophenschutz sei auch eine Frage sozialer Sicherheit, so die Linke-Politikerin. Wer arm, alt oder krank sei oder allein lebe, könne nicht einfach ausweichen. "Viele Menschen erleben diese Tage mit großer Ungewissheit und Angst, haben kein funktionierendes Internet, Radio oder Fernsehen. Es fehlt an Strukturen des Kümmerns und Informierens", sagte Eralp. "Eine Stadt darf ihre Menschen nicht im Stich lassen."
"Zukünftig müssen Krisenvorsorge, Katastrophenschutz und soziale Sicherheit zusammen gedacht werden, aber auch, wie nachbarschaftliche und ehrenamtliche Unterstützung initiiert und organisiert werden kann", forderte Eralp.
"Im schlimmsten Fall Menschenleben gefährdet"
"Nach dem mutmaßlichen Brandanschlag geht es im Moment in der klirrenden Kälte vor allem darum, den Menschen zu helfen, die in Berlin ohne Strom und ohne Wärme sind." Der Anschlag auf die Stromversorgung treffe Menschen in Einfamilienhäusern ebenso wie in Hochhäusern. "Wenn Aufzüge nicht funktionieren, die Wohnungen kalt werden, Beatmungsgeräte ausfallen, dann sind im schlimmsten Fall Menschenleben gefährdet", warnte die Linke-Abgeordnete.
Der Stromausfall begann am frühen Samstagmorgen. Ausgelöst wurde er durch einen Brandanschlag an einer Kabelbrücke am Teltowkanal, zu dem sich eine linksextremistische Gruppierung bekannte.
