Turnier in London: Klares 7:1 über van Veen: Littler wieder Darts-Weltmeister

Published 1 day ago
Source: stern.de
Turnier in London: Klares 7:1 über van Veen: Littler wieder Darts-Weltmeister

Luke Littler ist in der Darts-Szene nicht aufzuhalten. Mit seinem dominanten Erfolg über Rivale van Veen sicherte er sich den zweiten WM-Titel - auch eine herumfliegende Wespe kann ihn nicht stoppen.

Luke Littler hat den Darts-Thron in London eindrucksvoll verteidigt und ist im Alter von 18 Jahren zum zweiten Mal zum WM-Titel gestürmt. Der junge Engländer dominierte das Finale beim 7:1-Sieg gegen den chancenlosen Europameister Gian van Veen aus den Niederlanden und hat als erster Profi seit dem Schotten Gary Anderson vor zehn Jahren den WM-Titel erfolgreich verteidigt. 

Gigantischer Vorsprung in der Rangliste

Neben dem erstmals ausgelobten Rekordpreisgeld von einer Million Pfund (rund 1,15 Millionen Euro) erhält Littler die über 20 Kilogramm schwere Sid-Waddell-Trophy, die er im Vorjahr noch als Minderjähriger bereits erobert hatte. 

Littler spielte im Alexandra Palace ein herausragendes Turnier und wurde in den drei WM-Wochen nie richtig gefordert. Die Weltrangliste führt er nach dem erneuten Triumph auf der größten Darts-Bühne der Welt mit einem gigantischen Vorsprung von mehr als 1,5 Millionen Pfund an.

Van Veen, der vor dieser WM noch nie ein Spiel im Ally Pally gewonnen hatte, kann trotzdem zufrieden auf sein Jahr und sein WM-Turnier blicken. Der 23-Jährige gewann nicht nur den EM-Titel, sondern löste mit seinem starken Lauf in London auch Landsmann Michael van Gerwen als Nummer eins der Niederlande ab. Dieser hatte das nationale Ranking 13 Jahre lang angeführt.

Van Veen wird nach Satz eins überrollt

In einem WM-Finale gegen Littler erging es beiden ähnlich - sie waren ohne wirkliche Siegchance. Van Gerwen verlor vor einem Jahr mit 3:7, nachdem er schnell mit 0:4-Sätzen zurückgelegen hatte. Van Veen ging zwar anfangs noch mit 1:0 in Führung, doch danach drehte Littler massiv auf und ließ seinem jungen Widersacher gar keine Chance mehr.

"Mein größter Vorteil ist, dass ich schon Weltmeister bin. Ich gehe mit großem Selbstvertrauen ins Finale", kündigte Littler an - und hielt Wort. Der Jungstar traf die Triple hervorragend, traf die Doppel hervorragend und sorgte mit einem 170er-Finish für die frühe 2:1-Führung. Euphorisch deutete der Engländer seinen Jubel in Richtung des Publikums an, wonach er den sogenannten "Big Fish" geangelt habe.

Eigener Gesang für Wespe

In der Folge gewann Littler im Eiltempo Satz um Satz - der Titelverteidiger ließ sich auch von der bekannten Ally-Pally-Wespe nicht stören. Diese war fast eine Minute rund um seinen Körper herumgeschwirrt und hatte den Ablauf im Endspiel, das vor gut zwei Jahren noch das Finale der Junioren-WM war, gestört. Die Fans nahmen es mit Humor und widmeten der Wespe einen eigenen Gesang.

Ein paar Sätze später war die Partie beendet und Littler wieder auf dem Thron. Bei weitem nicht an das Niveau der beiden Finalisten anknüpfen konnten in London die deutschen Profis, die ein enttäuschendes Turnier erlebten.

Zwar schaffte es ein Quartett bis in die dritte Runde - doch in dieser verloren Martin Schindler, Gabriel Clemens, Arno Merk und Ricardo Pietreczko allesamt ihre Spiele. Damit bleibt der Saarländer Clemens der einzige deutsche Profi, der bis ins Halbfinale kam. Der nationale Primus Schindler rutscht nach der WM von Platz 13 auf Platz 15 ab.

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