Plötzlich stand die Bar in Crans-Montana in Flammen: Das Feuer forderte mehr als 40 Todesopfer. Partygäste und andere Augenzeugen berichten von schrecklichen Ereignissen.
Sie wollten das neue Jahr mit einer rauschenden Party begrüßen, doch aus der Silvesterfeier wurde eine Tragödie. Etwa 40 Menschen sind bei dem Feuer in der Bar "Le Constellation" im Schweizer Luxus-Skiort Crans-Montana gestorben, mehr als 100 wurden verletzt.
Augenzeugenberichte zeichnen ein Bild von dem Inferno und der Panik vor Ort. Die ersten "Feuer"-Rufe habe er noch für einen Scherz gehalten, erzählte ein 19-jähriger Überlebender. "Dann kam plötzlich eine sehr große schwarze Rauchwolke und man konnte nicht mehr atmen", sagte er Schweizer Medien. "Und dann war es ein Chaos."
Die Menschen seien nach draußen geströmt, durch den Stau vor den Ausgängen hätten es viele aber nicht aus der Bar geschafft. Er selbst versteckte sich zuerst hinter einem Tisch und rettete sich dann durch ein Fenster. "Es herrschte Gedränge und Geschubse von allen Seiten, über mir Menschen in Flammen oder Tote. Ich habe nichts verstanden, nur geschrien, dass ich nicht sterben will", schilderte eine junge Frau die Ereignisse.
Unglück in Crans-Montana: Eltern suchen verzweifelt nach ihren Kindern
"Viele sehr junge Menschen flohen aus der Bar. Wir zogen diejenigen heraus, die noch bei Bewusstsein waren, es war ein riesiges Chaos", zitiert der "Blick" einen Ersthelfer, der nach eigenen Angaben als einer der ersten am Unglücksort eintraf. Viele Opfer seien bei lebendigem Leibe verbrannt. "Es war schlimm. Sie waren alle verbrannt. Ihnen waren die Kleider weggebrannt", erzählte ein Augenzeuge, der sich in der Nähe der Bar aufhielt, dem Schweizer Portal "20 Minuten".
Vor der Location hätten Dutzende Personen mit verbrannten Gesichtern gelegen, berichteten andere Augenzeugen. "Ich stehe noch unter Schock", sagte ein weiterer 19 Jahre alter Partygänger dem SRF. "Es ist wie ein Albtraum, aus dem ich nicht aufwache. Ich habe Leute gesehen, die reanimiert wurden, die komplett verbrannt waren. Ich habe Leute sterben sehen."
An der Feier nahmen offenbar vor allem Jugendliche teil. Eltern eilten zum Ort des Geschehens, um nach ihren Kindern zu suchen. Die Identifizierung der Leichen wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, auch wenn die Behörden versprochen habe, diese so schnell wie möglich abzuschließen. So leben viele Angehörige in quälender Unsicherheit.
"Ich habe alle Krankenhäuser angerufen, aber sie sagen mir nichts", klagte eine verzweifelte Mutter, die ihren Sohn vermisst. "Wir wissen nicht, ob er unter den Toten ist." Ein Vater, der nach seinem 16-jährigen Sohn sucht, sagte dem US-Sender CNN: "Wir fühlen uns so leer. Wir denken, dass er noch am Leben sein könnte, wir haben immer noch die Hoffnung, ihn zu finden."
Lösten Sprühkerzen das Feuer aus?
Die Ursache des Feuers ist noch nicht geklärt. Die Regierung des Kantons Wallis erklärte, infolge des Brandes sei es zu einem sogenannten Flashover gekommen, einem heftigen Flammenüberschlag, auf den eine Explosion folgte.
Auslöser für den Brand könnten Sprühkerzen gewesen sein. Ein Partygast berichtete dem "Blick", eine Frau habe auf den Schultern einer anderen gesessen und zwei Flaschen mit Wunderkerzen so hoch geschwenkt, dass die Decke Feuer gefangen habe. Ähnliches berichteten zwei Französinnen dem Sender BFMTV. Die Sprühkerzen in Champagnerflaschen seien "Teil der Show" gewesen. "Sekunden später hat die gesamte Decke gebrannt", sagte eine von ihnen.
Quellen:"Blick", SRF, AP, CNN, "20 Minuten", Nachrichtenagenturen AFP und DPA
