Der Jahreswechsel verläuft in Hessen weitgehend friedlich. Allerdings werden mehr als ein Dutzend Polizisten im Dienst verletzt. In Wiesbaden endet ein Streit in der Silvesternacht tödlich.
Mit überwiegend friedlichen Silvesterfeiern haben die Menschen in Hessen das neue Jahr begrüßt. Größere Zwischenfälle seien glücklicherweise ausgeblieben, teilte das Innenministerium in Wiesbaden mit. Die Polizei registrierte silvestertypische Straftaten wie etwa Schlägereien, Körperverletzungen und Brände, oftmals ausgelöst durch Feuerwerkskörper.
Leider habe es auch in dieser Silvesternacht wieder Würfe von Böllern und Pyrotechnik auf Einsatzkräfte und deren Fahrzeuge gegeben, erklärte Innenminister Roman Poseck (CDU). Nach bisherigem Stand seien 14 Polizisten verletzt worden, 8 Beamte hätten ihren Dienst in der Nacht beenden müssen.
Innenminister nennt Attacken auf Einsatzkräfte "inakzeptabel"
Es handele sich glücklicherweise um eher leichte Verletzungen, unter anderem um eine Verbrennung am Ohr, zwei Augenverletzungen, einen Schlag ins Gesicht und mehrere Knalltraumata.
Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungskräfte verzichteten aufs Feiern, um die Sicherheit anderer zu gewährleisten, erklärte Poseck. "Dieser Einsatz verdient Anerkennung und Respekt. Es ist daher völlig unverständlich und inakzeptabel, dass Einsatzkräfte gerade an Silvester immer wieder mit Pyrotechnik beschossen und sogar schwer verletzt werden."
Mehrere Hundert Einsätze allein in Hessens größter Stadt
Allein in Frankfurt rückten Rettungsdienste und Feuerwehr in der Silvesternacht zu mehr als 550 Einsätzen aus. Der Rettungsdienst sei überwiegend wegen chirurgischer Verletzungen sowie medizinischer Notfälle im Zusammenhang mit Alkohol gerufen worden, außerdem wegen hilfloser Personen und Verletzungen durch Pfefferspray, teilte die Feuerwehr der Stadt Frankfurt mit. Ein Rettungswagen wurde der Polizei zufolge von einer Personengruppe gestoppt und beschädigt. Ein Rettungsdienstmitarbeiter wurde demnach mit einem Tritt in den Rücken attackiert und verletzt.
Die Feuerwehrkräfte seien hauptsächlich mit vielen kleinen Bränden beschäftigt gewesen. Am häufigsten brannten Papierkörbe, Müllbehälter, Altkleidercontainer, Unrat, Gestrüpp und Hecken.
Die Polizei kontrollierte eigenen Angaben zufolge rund 700 Personen. Nach einer vorläufigen Bilanz seien 73 Menschen festgenommen worden. "Der überwiegende Teil dieser Festnahmen resultierte aus dem widerrechtlichen Mitführen von Schreckschusswaffen, Verstößen wegen des Besitzes und Abbrennens von nicht zugelassener Pyrotechnik sowie Körperverletzungsdelikten", heißt es in einer Mitteilung.
Nach Tötungsdelikt in Wiesbaden fasst Polizei Verdächtige
In Wiesbaden liefen die Feiern zum Jahreswechsel ebenfalls überwiegend friedlich ab. "Der ganz normale Wahnsinn", sagte ein Polizeisprecher. Nach ersten Ermittlungen kam es - unabhängig von Silvester - in der Innenstadt zu einem tödlichen Streit, bei dem ein 23-Jähriger mutmaßlich durch Messerstiche ums Leben kam. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten, wurde zudem ein 22-Jähriger schwer verletzt, er sei aber nicht in Lebensgefahr. Kurz nach der Tat seien zwei 22 Jahre alte Tatverdächtige festgenommen worden.
Die Polizei in Gießen hatte nach den Worten eines Sprechers zwar "alle Hände voll zu tun", glücklicherweise habe es sich aber nur um viele "kleine Scharmützel" gehandelt. Auch ein Sprecher der Darmstädter Polizei sprach von einer "ruhigen Nacht".
Verletzter und hoher Schaden nach Hausbrand
Am Neujahrsmorgen geriet aus bislang unbekannten Umständen ein Mehrfamilienhaus im mittelhessischen Bad Endbach in Brand. Die Bewohner hätten das Haus zunächst selbstständig verlassen, teilte die Polizei mit. Als ein 26-Jähriger noch einmal in das Gebäude zurückkehrte, habe er sich schwere Verletzungen an den Händen zugezogen. Nach ersten Ermittlungen ging der Mann davon aus, dass sich noch jemand im Haus befand. "Dem war aber glücklicherweise nicht so", ergänzte die Polizei. Es sei ein Sachschaden in Höhe von rund 350.000 Euro entstanden.
