Freizeitvergnügen Bootsfahren: Wassersportmesse Boot erwartet mehr als 200.000 Besucher

Published 4 hours ago
Source: stern.de
Freizeitvergnügen Bootsfahren: Wassersportmesse Boot erwartet mehr als 200.000 Besucher

In See stechen in einer Halle, die Messe Boot macht es möglich: In großen Becken sollen Besucher für den Wassersport begeistert werden. Oder sie bleiben auf dem Trockenen und bestaunen Hunderte Boote.

Es geht um Tauchen, Paddeln, Surfen und mehr als 1.000 Boote: Zur weltgrößten Wassersport-Messe Boot rechnet die Düsseldorfer Messe wieder mit großem Publikumsandrang. Bei der am Samstag startenden neuntägigen Veranstaltung erwarte man mehr als 200.000 Besucherinnen und Besucher, sagte Messedirektor Petros Michelidakis bei einem Presserundgang am Freitag. Damit bliebe die Zahl im Vergleich zum Vorjahr in etwa stabil. Der Rekord von rund 250.000 Besuchern im Januar 2020 - also kurz vor Beginn der Corona-Pandemie - werde aber voraussichtlich nicht erreicht, so Michelidakis. 

Die Boot ist eine Publikumsmesse, es kommen also vor allem Privatleute. Sie sehen Produkte und Dienstleistungen von rund 1.500 Ausstellern. Die Besucher können sehr viel Geld ausgeben, etwa für Luxusjachten der englischen Werft Sunseeker oder der italienischen Werft Azimut-Benetti. Die kosten mehrere Millionen Euro. 

Für das größte ausgestellte Exemplar - eine 27,4 Meter lange Jacht der italienischen Werft San Lorenzo - sind je nach Ausstattung bis zu 9,8 Millionen Euro fällig; eine 27,1 Meter lange Sunseeker-Jacht kostet gar 10,5 Millionen Euro. 

Andere Wasserfahrzeuge sind deutlich billiger zu haben, so werden auch Schlauchboote, Jollen und kleine Motorboote angeboten. Außerdem sind Tauchanzüge, Tauchbrillen, Tauchflaschen, Surfbretter, Stand-up-Paddle-Boards und viele weitere Utensilien zu haben.

"Wir sprechen alle an, die sich für den Wassersport interessieren", sagt Messedirektor Michelidakis. "Wir wollen Begeisterung für den Wassersport entfachen und Nachwuchs gewinnen." Zuletzt bekam der Wassersport Gegenwind: In Coronazeiten schnellte die Anzahl der verkauften Boote zwar in die Höhe, doch mit dem Ende der Pandemie sackte der Absatz ab. 

Hinzu kommen demografische Probleme: Viele passionierte Segler und Motorboot-Fahrer sind längst im Rentenalter, nach ihrem letzten Seegang bleiben sie altersbedingt an Land. Wegen des demografischen Wandels rücken nur relativ wenige junge Leute nach.

Besucher können mitmachen

Die Messe lädt zum Mitmachen ein: In den Hallen sind große Wasserbecken aufgestellt, in denen Besucher tauchen, Boot fahren oder surfen können. Auch die Trendsportart Wingfoiling wird gezeigt, eine Weiterentwicklung des Windsurfings. 

Besonders Familien werden angesprochen, Kinder und Jugendliche können mit einer Meerjungfrauen-Flosse schwimmen ("Mermaiding") oder im Tauchanzug ins Wasser steigen. An einem anderen Stand können sie sich ein eigenes kleines Holzboot basteln und es werden ihnen die Knoten beigebracht. 

Die Tauchexpertin der Messe, Sabine Wechselberger, verspricht sich von der Boot Impulse für die Tauchbranche, die von den Coronafolgen heftig getroffen wurde: Während der Pandemie waren nur wenige Menschen auf Reisen und lernten dann auch kein Tauchen, wodurch die Nachfrage nach Tauch-Equipment und Tauch-Reisen sank. Inzwischen habe der Tauchsport die Coronafolgen überstanden, sagt Wechselberger. "Tauchen ist ein Eintrittsticket in eine andere Welt mit einem faszinierenden Ökosystem."

Lamborghini-Wasserschlitten aus Lippe

Auf der Messe zu sehen sind auch "Seabobs" der italienischen Firma Cayago, die im lippischen Bad Salzuflen produziert werden. Das sind Wasserschlitten mit Elektromotor, auf denen man liegt und mit einem Tempo von bis zu 35 km/h über das Wasser rauschen kann. 

Tauchen kann man damit auch - standardmäßig auf bis zu drei Meter Tiefe, als geübter Taucher kann man auch eine Tiefe von bis zu zehn Metern einstellen. Die Luxusversion im Lamborghini-Design kostet etwa 30.000 Euro. Die Jahresproduktion der Lamborghini-Wasserschlitten liegt laut Firmenchef Peter Walpurgis bei 500; andere, weniger teure Versionen kosten etwa ein Drittel davon. Die Nachfrage sei hoch, sagt Walpurgis. Die Boot ist nach ihrem Start am Samstag bis zum 25. Januar geöffnet.

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