Feuerwehreinsätze, Verletzte, hohe Sachschäden: Die Silvesternacht brachte für Rettungskräfte in Sachsen-Anhalt viel Arbeit – dennoch blieb die Lage meist unter Kontrolle.
In der Silvesternacht sind Feuerwehren und Rettungsdienste in Sachsen-Anhalt vielerorts im Einsatz gewesen, um schwere Brände zu löschen oder Schwerverletzte zu behandeln.
Schon weit vor Mitternacht wurden die Feuerwehren im Harz zum Brand von zwei Einfamilienhäusern in Hessen bei Osterwieck gerufen. Nach Polizeiangaben griff ein Brand in einem Carport zunächst auf ein Fachwerkhaus über und zerstörte es. Durch die Hitzeentwicklung sei auch ein benachbartes Haus in Mitleidenschaft gezogen worden. Sechs Personen hätten durch das Feuer ihr Zuhause verloren, so ein Polizeisprecher. Insgesamt 177 Feuerwehrleute von 15 Feuerwehren seien im Einsatz gewesen. Der Schaden wird auf mehr als eine halbe Million Euro geschätzt. Die genaue Brandursache muss noch geklärt werden.
Schwere Hand- und Kopfverletzungen durch Feuerwerke
Durch Feuerwerkskörper wurden mehrere Personen in Sachsen-Anhalt zum Teil schwer verletzt. In Coswig (Landkreis Wittenberg) musste ein 33 Jahre alter Mann mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht werden, nachdem er bei der Explosion einer Feuerwerksbatterie schwer an der Hand verletzt wurde, wie die Polizei mitteilte.
In Merseburg (Saalekreis) verletzte sich nach Angaben einer Polizeisprecherin ein 28 Jahre alter Mann schwer, als er zwei Böller in der Hand zündete, die nur für den professionellen Gebrauch zugelassen waren.
In Naumburg (Burgenlandkreis) kam es laut Polizei offenbar zu einer Fehlfunktion einer Feuerwerksbatterie. Beim Anzündversuch sei ein Geschoss einem 36-Jährigen an die Stirn geflogen und habe ihn schwer verletzt.
Mehrere Balkonbrände in Halle
Neben dem Großeinsatz im Harz mussten die Feuerwehren im Land in der Silvesternacht zu zahlreichen Bränden ausrücken. Wie die Polizeiinspektionen mitteilten, kam es unter anderem in Genthin, Stendal, Schönhausen in der Altmark, in Halle und in Bismark zu größeren Bränden.
So brannte unter anderem im Bismarker Ortsteil Poritz eine Lagerhalle für Stroh- und Heuballen ab. Die Feuerwehren konnten laut Polizei ein Übergreifen der Flammen auf einen Stall verhindern. Der Sachschaden betrage aber mehrere Hunderttausend Euro.
Silvesterrakete explodiert in Kinderzimmer
In Genthin mussten 24 Feuerwehrleute einen Kellerbrand in einem Mehrfamilienhaus löschen. Ein 48 Jahre alter Mann hatte vor dem offenen Kellerfenster Feuerwerk gezündet.
In Halle (Saale) berichtete die Polizeiinspektion gleich von mehreren Balkonbränden, die zum Teil auf Wohnungen übergriffen. Zwei Wohnungen wurden durch die Feuer unbewohnbar. Insgesamt sechs Menschen, darunter zwei Kinder, mussten mit Rauchvergiftungen in Krankenhäuser gebracht werden. In Merseburg flog eine Silvesterrakete aus bislang ungeklärter Ursache in ein Kinderzimmer explodierte dort. Die Eltern konnten laut Polizei das Feuer selbst löschen.
Tausende Euro Schaden durch Brände
In Schönhausen in der Altmark geriet laut Polizei ein Carport mit Auto aus bislang ungeklärter Ursache in Brand. Der Sachschaden belaufe sich auf mehr als zehntausend Euro.
Auch beim Brand eines Holzschuppens in Stendal sah die Polizei Feuerwerkskörper als mögliche Ursache. Ein Mensch sei mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht worden. Hier belaufe sich der Schaden ebenfalls auf mehrere Tausend Euro.
Die Feuerwehr der Landeshauptstadt Magdeburg zog trotz zahlreicher Einsätze eine insgesamt positive Bilanz. Die Nacht sei ohne größere Zwischenfälle verlaufen, teilte eine Sprecherin der Feuerwehr mit. Insgesamt sei es vom Silvester- bis Neujahrsmorgen zu 52 Feuerwehreinsätzen gekommen. Die Rettungsdienste in Magdeburg seien parallel zu 111 Einsätzen gerufen worden. Bei den Bränden habe es sich überwiegend um kleinere Brände oder Brände von Müllcontainern gehandelt.
Feuerwerksbatterie in Menschengruppe gefeuert: Fünf Personen verletzt
Auch die Polizeidienststellen im Land sprachen insgesamt von einer überwiegend normalen Silvesternacht ohne größere Vorfälle. Herausragende Störungen habe es nicht gegeben, teilte die Polizeiinspektion Dessau-Roßlau mit. Mehrere Personen seien in Lutherstadt Wittenberg verletzt worden, als ein 25 Jahre alter Mann nach einem Streit eine Feuerwerksbatterie in eine Personengruppe abgefeuert habe. Fünf Menschen zwischen 11 und 38 Jahren seien dabei leicht verletzt worden.
