Drohnen: Drohnenfluglehrer: Viele Piloten unterschätzen Vorschriften

Published 4 hours ago
Source: stern.de
Drohnen: Drohnenfluglehrer: Viele Piloten unterschätzen Vorschriften

Unter dem Weihnachtsbaum wird auch wieder die ein oder andere Drohne gelegen haben. Die Geräte werden immer günstiger und einfacher zu steuern. Aber ein Experte sieht Nachholbedarf beim Wissen.

Wer zum ersten Mal eine Drohne nutzt, sollte sich nach Ansicht von Experten gründlich mit den rechtlichen Grundlagen vertraut machen. "Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass Drohnen überall und jederzeit geflogen werden dürfen", sagt Peter Selig, der eine Drohnenflugschule in Magdeburg betreibt. "Am häufigsten sehen wir, dass Teilnehmer die gesetzlichen Vorschriften unterschätzen." Auch mit einem gültigen Drohnenführerschein würden weiterhin klare Einschränkungen gelten.

In der EU müssen Drohnenpiloten bestimmte Regeln beim Betrieb ihrer "unbemannten Luftfahrzeugsysteme" (UAS) beachten, wie Drohnen offiziell bezeichnet werden. Dabei geht es unter anderem um das Gewicht des Geräts oder auch den Ort des Fluges, da nicht überall einfach so geflogen werden darf. Auch eine Haftpflichtversicherung sowie eine Registrierung beim Luftfahrtbundesamt und eine Kennzeichnung der Drohne sind in den meisten Fällen notwendig. Je nach Größe und Einsatzgebiet sind auch ein EU-Kompetenznachweis oder ein Fernpilotenzeugnis nachzuweisen.

Zahl der registrierten Drohnenpiloten stark gestiegen

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der registrierten Fernpiloten in Deutschland stark angestiegen. Im Jahr 2021 wurden nach Angaben des Luftfahrtbundesamtes knapp 237.000 Prüfungen des EU-Kompetenznachweises bestanden. Beim Fernpilotenzeugnis waren es rund 9.100 bestandene Prüfungen. 2024 waren es bereits mehr als 411.000 Kompetenznachweise und mehr als 25.500 Fernpilotenzeugnisse.

"Der Drohnenführerschein befähigt zum Fliegen – er hebt die Schutzregeln jedoch nicht auf", sagt Fluglehrer Selig. Häufig würden Vorschriften missachtet. Dadurch entstünden viele Verstöße. Das Thema "Luftrecht" werde bei den Drohnenführerscheinen nicht ausreichend tiefgehend abgefragt. Trotz Nachweises fehle vielen Piloten das notwendige Verständnis für die tatsächlichen rechtlichen Rahmenbedingungen im Alltag.

Fluglehrer Selig: "Sicherheit geht vor Spaß"

"In Deutschland werden Drohnen aktuell eher ambivalent wahrgenommen", sagt Selig. Sie böten große Chancen für Gewerbe, Forschung und Medien. Gleichzeitig sorgten sie für Unsicherheit. Unkontrollierte Flüge führten zu Kritik und Sorgen um Sicherheit und Datenschutz.

In seiner Flugschule am Flugplatz in Magdeburg bildet Selig vor allem Drohnenpiloten aus den Bereichen Forschung, Industrie und Behörden aus. Dabei gehe es darum, Drohnen etwa für Vermessungen, die Landwirtschaft und das Baugewerbe einzusetzen, aber auch für Polizei und Militär.

Drohnenbesitzern, die gerade erst mit dem Fliegen anfangen, rät der Fluglehrer, klein anzufangen und sich mit den Vorschriften vertraut zu machen: etwa Flugverbotszonen, Sicherheitsabstände, Luftrecht. Anschließend solle man in einem sicheren und freien Bereich üben. "Sicherheit geht vor Spaß."

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