Currywurst im Kreppel? Die Rank-Schwestern aus Nidda sorgen zur Fastnachtszeit wieder für eine ungewöhnliche Mischung – selbst Blindbesteller vertrauen auf ihre Kreationen.
Deftige Currywurst trifft auf fluffige Kreppel - Kenner der Materie ahnen bereits, dass die Stadtbäckerei Rank aus dem mittelhessischen Nidda hinter dieser ungewöhnlichen Geschmackskombination stecken muss. Schon seit sieben Jahren macht das Traditionshaus zur Fastnachtszeit mit seinen verrückten Kreppeln von sich reden - und erfüllt damit die Wünsche einer wachsenden Fangemeinde.
Bis zu 450 Exemplare pro Tag
Auch dieses Mal ist die Nachfrage enorm: Schon zum Verkaufsstart am 8. Januar seien in den ersten vier Stunden rund 300 Exemplare des Currywurst-Kreppels über die Ladentheke gegangen, sagen die Schwestern Katharina und Theresa Rank, die die Bäckerei mit Cafébetrieb leiten. In der Spitze verkaufen sie und ihre Mitarbeiterinnen pro Tag rund 450 Stück, viele davon an Firmen und Vereine, die alljährlich neugierig auf die nächste Kreppel-Idee aus dem Hause Rank warten.
Das "Brain" hinter der Aktion rund um das Gebäck, das andernorts auch Berliner oder Krapfen genannt wird, ist Katharina Rank, ihre engste Beraterin und wichtigste Stütze ihre Schwester Theresa. Currywurst-Kreppel und seine Vorgänger wie Döner-Kreppel, Thunfisch-Kreppel oder Wurstsalat-Kreppel sind kein lockerer Fastnachtsscherz aus dem Bauch heraus. Monatelang entwickle Katharina Rank dafür Ideen, sondiere Vorschläge auf Social-Media-Kanälen, verwerfe, priorisiere, um schließlich ihre Wahl zu treffen. Danach wird in der bereits 180 Jahre alten Familienbäckerei getüftelt und getestet.
Eine Frage der richtigen Wurst
Für den Currywurst-Kreppel hieß das dieses Mal, zunächst die zentrale Frage zu klären, welche Würstchen als Belag infrage kommen. Eine klassisch hessische Variante wäre die Rindswurst gewesen, sei aber nicht genommen worden, weil sie zu fest und die Stücke zu groß gewesen wären, sagen die Schwestern. Also fiel die Wahl auf die viel kleineren und dünneren Nürnberger Bratwürste. Auch das Ketchup enthält Geheimzutaten, damit es zum zuckrigen Kreppel passt und beim Reinbeißen nicht davonläuft.
Süß-säuerlich, deftig und süß funktioniert
Bevor das Geheimnis um die aktuelle Kreppel-Variante gelüftet wurde, waren die Schwestern auch in diesem Jahr "mega-aufgeregt", wie Theresa Rank sagt. Dabei müssten sie das eigentlich gar nicht mehr sein - mittlerweile gebe es Kunden, die schon vorab Blindbestellungen abgäben - noch bevor klar sei, wie das Gebäck belegt werde.
Auch Kundin Sonja Ott vertraut auf den Curry-Kreppel. Sie will damit ihrem siebenjährigen Sohn und ihrem Mann eine Freude machen. "Das ist unsere Stammbäckerei, wir gehen regelmäßig her, und wir kaufen auch jedes Jahr verschiedene Kreppel hier - auch die Spezial-Kreppel", sagt sie. Schließlich bekomme man die nur hier. "Wir sind alle sehr experimentierfreudig in der Familie und probieren gerne mal was aus." Für sie selbst sei die diesjährige Variante allerdings nichts - Sonja Ott ist Vegetarierin.
In der Vergangenheit auch vegetarische Varianten im Angebot
Schön fände sie deshalb, wenn es bald mal wieder eine fleischlose Variante gäbe. In der Vergangenheit war das schon mehrmals der Fall, etwa beim Grüne-Soße-Kreppel. Auch den Handkäs'-Kreppel gab es schon einmal, natürlich echt hessisch "mit Musik", also mit Zwiebeln, Essig und Öl. Auf seine Rückkehr allerdings werden Fans vergeblich warten. Das belegte Backwerk habe seinerzeit die gesamte Stadtbäckerei in einen so intensiven Duft getaucht, dass sie im Fall einer Neuauflage riskieren würden, dass ihnen das komplette Personal davonlaufe, sagen Katharina und Theresa Rank.
