In Nordrhein-Westfalen soll ab 2028 ein Sprachtest entscheiden, wer vor dem ersten Schultag eine spezielle Förderklasse besucht. Die vorschulische Sprachförderung wird gestärkt. Die GEW ist skeptisch.
Die Bildungsgewerkschaft GEW hält die geplanten vorschulischen ABC-Klassen für Kinder mit Sprachförderbedarf für sinnvoll, aber angesichts des Personalmangels für schwerlich umsetzbar. "Jedes gute Konzept wird wirkungslos, wenn es an den Menschen, an den Köpfen, fehlt, die es umsetzen sollen", sagte die NRW-Landeschefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Ayla Celik, im WDR-"Morgenecho". Zum nächsten Schuljahr fehlten mehr als 8.000 Lehrkräfte in Nordrhein-Westfalen.
In NRW soll vor der Grundschule eine verbindliche Förderung für alle Kinder mit mangelhaften Sprachkompetenzen eingeführt werden. Ministerpräsident Hendrik Wüst und Schulministerin Dorothee Feller (beide CDU) hatten dafür am Dienstag zum Schuljahr 2028/29 die ersten sogenannten ABC-Klassen angekündigt. Ziel ist es, alle Kinder zum Schulstart auf ein möglichst vergleichbares Sprachniveau zu bringen.
Sprachkompetenz gilt als Schlüsselqualifikation
Im Frühjahr 2028 sollen erstmals landesweit alle Kinder nach einem einheitlichen Standardverfahren auf ihre Sprachkompetenz getestet werden. Falls sich daraus größerer Förderbedarf ergibt, werden sie ab dem Schuljahr 2028/29 eine ABC-Klasse besuchen. Geplant sind zwei mal zwei Stunden pro Woche. Die Förderung soll ein Jahr lang für alle Jungen und Mädchen mit Bedarf gelten, die ab dem 1. August 2029 schulpflichtig werden.
Die GEW-Vorsitzende betonte, Sprache sei der Schlüssel zu einer gelingenden Bildungsbiografie. Nicht Migration und Mehrsprachigkeit in vielen Klassen sei das Problem. Sondern die passende frühe Sprachförderung fehle. Es brauche mehr Investitionen in frühkindliche Bildung und Unterstützung für Familien.
