Wenn ein Fotograf seine Berufskollegen begeistern kann, sagt das mehr als alles andere. Albert Watson ist so ein Mann – und die Branche dankt es ihm mit Aufträgen und Preisen.
"Wer ist dieser sympathisch zurückhaltende, akribische, stets auf sein Handwerk konzentrierte Schotte – der Mann in Schwarz –, der seine Zelte in New York aufgeschlagen und sich einen Platz unter den gefragtesten Fotografen der vergangenen vier Jahrzehnte erarbeitet hat?", fragt der britische Fotografie-Experte Philippe Garner in dem beeindruckenden Bildband "Kaos" des Taschen Verlags. Der wurde gerade neu aufgelegt, mehr als 400 Seiten und zahlreiche Fotos gewähren einen ausführlichen Einblick in die Arbeit des gebürtigen Schotten Albert Watson, der 1942 auf einem Auge blind in Edinburgh zur Welt gekommen ist.

© Albert Watson, 2025 / Taschen
Die eigenen Kollegen zollten Watson schon früh ihren Respekt, wie Philippe Garner berichtet: "Als Watson 1970 nach Los Angeles zog und seinen ersten kommerziellen Auftrag – ein Fotoshooting für Max Factor – an Land zog, verfügte er bereits über ein beeindruckendes Können. Er wurde als 'Fotograf der Fotografen' bezeichnet und für die Bandbreite und Souveränität seiner Technik bewundert. Wissend, dass 'Fotografen oft meine größten Fans waren,' erinnert er sich dankbar an die Rückmeldung eines Mitglieds eines großen Publikums professioneller Fotografen, vor dem er sprach, das sagte: 'Wir alle wissen, wie schwierig es ist, das zu erreichen, was Sie erreicht haben.'"
