Belästigungsvorwürfe: Stefan Kuntz spricht über Trennung vom HSV – und verteidigt sich

Published 5 hours ago
Source: stern.de
Belästigungsvorwürfe: Stefan Kuntz spricht über Trennung vom HSV – und verteidigt sich

Was wird Ex-HSV-Sportvorstand Stefan Kuntz in der Belästigungsaffäre genau vorgeworfen? Der 63-Jährige spricht erstmals öffentlich über die Details der Trennung von dem Klub.

Nach seinem überraschenden Ausscheiden als Sportvorstand beim Hamburger SV hat sich der frühere Fußball-Nationalspieler Stefan Kuntz erneut öffentlich gegen die Vorwürfe gewehrt, die zu seinem Abschied geführt haben. Über das entscheidende Gespräch mit zwei Aufsichtsräten des HSV sagte der 63-Jährige der "Süddeutschen Zeitung" (SZ): "Da habe ich gedacht: Ah, jetzt kommen die, um endlich meinen Vertrag zu verlängern." Stattdessen sei ihm die angestrebte Trennung eröffnet worden.

Stefan Kuntz will konkrete Vorwürfe des HSV nicht kennen

Am 2. Januar wurde das Aus von Kuntz beim HSV öffentlich. Zunächst war in der Mitteilung des HSV von "familiären Gründen" die Rede. Einen Tag nach einem Bericht der "Bild am Sonntag"teilte der Aufsichtsrat jedoch mit, dass der Abschied im Zusammenhang mit Vorwürfen wegen eines angeblichen Fehlverhaltens von Kuntz stehe – dabei soll es laut "Bild" um verbale Belästigungen, unangemessene Berührungen und Anzüglichkeiten gegenüber Mitarbeiterinnen des Klubs gegangen sein (der stern berichtete). Für den Europameister von 1996 gilt die Unschuldsvermutung.

Kuntz' Anwalt Christian Schertz sagte der SZ: Bis heute wisse Kuntz nicht, "was ihm von welcher Person und in welcher Situation überhaupt konkret vorgeworfen wird". Im Widerspruch zur Aussage des Juristen weist Stefan Kuntz die Vorwürfe laut SZ zurück. "Manches habe nie stattgefunden, andere Situationen schildert er zwar im Kontext ähnlich, aber in entscheidenden Nuancen und von der Intention her anders", so das Blatt. Der HSV-Aufsichtsrat hatte erklärt: "Die Gelegenheit zur Stellungnahme gegenüber dem Aufsichtsrat hat Herr Kuntz trotz mehrfacher Angebote explizit nicht genutzt."

Bereits vor dem öffentlichen Bekanntwerden der Vorwürfe hatte Kuntz seinerseits bei der Hamburger Staatsanwaltschaft Anzeige wegen Stalkings gegen Unbekannt erstattet – diese aber wenig später zurückgezogen. Laut SZ wurde dies im Aufhebungsvertrag zwischen Kuntz und dem HSV vereinbart. Die Ermittlungen der Hamburger Strafverfolger gehen trotzdem weiter. Ein Zurückziehen der Strafanzeige habe darauf keinen Einfluss, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft dem stern.

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