Aktuelle Tipps: Megadeth und das letzte Schreddern: Das sind die Musik-Highlights der Woche

Published 4 hours ago
Source: stern.de
Aktuelle Tipps: Megadeth und das letzte Schreddern: Das sind die Musik-Highlights der Woche

Dick Brave, Lina und die Thrash-Metal-Ikonen Megadeth, die mit ihrem offiziell letzten Album noch einmal richtig aufdrehen: Erfahren Sie hier, was neu, wichtig und hörenswert ist in der Welt der Musik.

Die "Big Four" des Thrash Metal, das sind Metallica, Slayer, Anthrax und Megadeth. Vier Bands, die sich schon vor Jahrzehnten ihren Platz in den Heavy-Metal-Geschichtsbüchern sicherten. Und eine davon macht jetzt Schluss: Megadeth, die Gruppe um den ikonischen Frontmann Dave Mustaine, haben gerade ihr letztes Studioalbum veröffentlicht. Neues und Hörenswertes gibt es außerdem von Sashas kanadischem Alter Ego Dick Brave und Lina.

Megadeth – Megadeth

"Wir erschufen einen eigenen Musikstil, wir starteten eine Revolution, wir veränderten das Gitarrenspiel", blickte Dave Mustaine vor einigen Monaten in einem Social-Media-Post zurück und fasste zusammen: "Wir haben die Welt verändert." – Ein Mann der leisen Töne war Mustaine wahrlich nie. Gerade er nicht, der Frontmann von Megadeth, einer der lautesten Bands aller Zeiten. Eine einflussreiche und bedeutende Band. Und eine, die sich ab jetzt Stück für Stück in die Geschichtsbücher verabschiedet: Megadeth haben gerade ihr offiziell letztes Studioalbum veröffentlicht.

Im August 2025 kündigte Dave Mustaine an, dass es zu Ende geht mit der legendären Thrash-Metal-Formation Megadeth. Man wolle selbstbestimmt "auf dem Höhepunkt" Schluss machen, also das schaffen, was so vielen anderen großen Bands nicht gelungen sei – klassischer Mustaine-Talk. Natürlich soll die große Megadeth-Laufbahn nach über 40 Jahren mit einem ordentlichen Knall enden. Ach was, hunderte Male wird es krachen! Das Abschiedsalbum, dieses letzte große Schreddern (elf Songs, 47 Minuten), nennt Mustaine schlicht "Megadeth": eine finale Statement-Platte mit gewohnt galligen Lyrics, viel Drive, virtuosen Solo-Einlagen und allem, was sonst noch dazugehört. Und das ist erst der Anfang.

Begleitend zur Veröffentlichung von "Megadeth" kam bereits eine Dokumentation ("Behind the Mask") ins Kino, in der Dave Mustaine die letzten vier Jahrzehnte ausgiebig Revue passieren lässt. Im Februar startet dann eine umfangreiche Abschiedstour rund um den Globus. Bislang sind 54 Konzerte für 2026 geplant, aber wahrscheinlich kommt da noch einiges mehr. "Seid nicht wütend, seid nicht traurig", schrieb Mustaine in der Abschiedsankündigung im August. Stattdessen sollen die Fans sich lieber über das Erlebte freuen und vorbeikommen, um "in den nächsten paar Jahren" noch einmal mit Megadeth zu feiern.

Dick Brave – Back For Good

Kann man jeden Popsong, also wirklich jeden, ins Rockabilly-Format überführen? Manche Menschen würden sagen "nein". Dick Brave würde sagen "Hold my alkoholfreies Dosenbier" und sich dann mit einem Augenzwinkern auf den Weg zur Bühne machen. Dick Brave, der kanadische Rockabilly-Sänger mit viel Pomade im Haar und noch mehr Schmelz in der Stimme – wer kennt ihn noch? Schmusesänger Sasha erfand die Kunstfigur vor über 20 Jahren, feierte damals neue Gold- und Platinerfolge, mottete Dick Brave & the Backbeats dann irgendwann wieder ein. Nach über 12 Jahren Pause ist das Projekt nun zurück mit einem neuen Album.

Als Sasha 2002 den Rockabilly-Sänger Dick Brave ins Leben rief, füllte er eine Marktlücke, die es in Deutschland eigentlich nie gab. Aber wenn er mit seiner Band in Sendungen wie etwa "TV total" auftrat, konnte man immer sicher sein: Jetzt kommen sehr unterhaltsame dreieinhalb bis fünf Minuten. Auf dem Comeback-Album "Back For Good" sind es sogar 65 Minuten, und was die Eingangsfrage nach der Rockabilly-Tauglichkeit unterschiedlichster Popsongs angeht, will Dick Brave es diesmal wirklich wissen. Er singt "Back For Good" von Take That nach, "Shake It Off" von Taylor Swift, Billie Eilishs "Bad Guy", "APT" von Bruno Mars und Rosé und am Ende sogar Michael Jacksons "Billie Jean". 20 Songs im Ganzen, ein ziemliches Spektakel ...

Lina – Melodrama

Er will sie. Sie will ihn vielleicht auch (vielleicht auch nicht). So oder so, ein bisschen "spielen" kann man ja, und ob's am Ende was wird, entscheidet in jedem Fall sie. Derartige Szenarien, die von einer neuen Rollenverteilung zwischen Mann und Frau erzählen, findet man im Pop dieser Tage häufig. International etwa bei Sabrina Carpenter ("Espresso"), die es ganz wunderbar versteht, die Kerle nach ihrer Pfeife tanzen zu lassen. Hierzulande, so scheint es, schlägt Lina aktuell in eine ähnliche Kerbe. "24/7, sag wie ist es, mich zu lieben / Du willst alles, ich will spielen", trällert sie in einem ihrer neuen Songs. Und in einem anderen: "Du la-la-la-la-liebst mich, kannst nix dagegen tun / Trägst meinen Namen als Tattoo, meinst Du wirklich, das war klug?"

Es wird gespielt, es wird mit den Augen geklimpert, es knistert immer wieder ordentlich – aber manchmal wird auch gar nichts daraus und statt Spaß und Glitzer bleibt da nur noch ein großer Scherbenhaufen. "Melodrama" nennt Sängerin Lina (bekannt geworden als Lina Larissa Strahl mit den "Bibi & Tina"-Filmen) ihr neues Studioalbum. Eine erfrischende und musikalisch wie auch inhaltlich sehr "verspielte" Platte, die ganz viel abdecken soll "zwischen großen Gefühlen und ironischer Brechung, zwischen Drama und Pop". Lina selbst erklärt den künstlerischen Ansatz so: "Es ist alles ein bisschen zu viel, aber auf eine schöne Weise. Und genau das bin ich auch."