Aktion: Überschüssige Kartoffeln werden verteilt

Published 3 hours ago
Source: stern.de
Aktion: Überschüssige Kartoffeln werden verteilt

Nach einer guten Ernte blieb ein Agrarbetrieb aus Frohburg auf rund 4.000 Tonnen Kartoffeln sitzen. Jetzt werden die Ackerfrüchte verteilt.

Die Osterland Agrar Gesellschaft in Froburg hat mit der Verteilung ihrer überschüssigen 4.000 Tonnen Kartoffeln begonnen. Die Tafeln in Berlin und Sachsen seien die Hauptabnehmer, sagte Geschäftsführer Hans-Joachim von Massow. "Wir liefern diese Woche etwa 200 Tonnen nach Berlin. Wir liefern etwa 60, 70 Tonnen in Sachsen. Wir liefern auch noch mal 100 weitere Tonnen in andere Länder." 

Die Ackerfrüchte gingen aber auch Schulen, Kitas oder Privatpersonen, die häufig bedürftig seien. "Manche sind auch nicht bedürftig, aber insgesamt, glaube ich, trifft es vor allem Menschen, die sich ansonsten Kartoffeln nicht so im Supermarkt kaufen", sagte von Massow.

Kartoffeln nicht vernichten, sondern essen

Das sächsische Agrar-Unternehmen war nach einer guten Ernte auf dem Kartoffelberg sitzen geblieben. Viele Bauern hätten 2025 eine Rekordernte eingefahren, sagte der Geschäftsführer. "Unsere Idee ist, dass wir nicht die Ware vernichten, sondern sie gemeinsam aufessen." 

Deswegen habe die Osterland Agrar Gesellschaft gemeinsam mit der "Berliner Morgenpost" und der Internet-Suchmaschine Ecosia die Verteilaktion gestartet. Später schlossen sich die "Leipziger Volkszeitung" und die "Sächsische Zeitung" an.

"Mit dieser Aktion wollen wir aufmerksam machen auf die Landwirtschaft und darauf, dass sie nie so viel erntet, wie man gerade bestellt hat, sondern mal mehr, mal weniger. Und wir wollen aufmerksam machen auf die Kartoffel, die eben ein tolles heimisches Superfood ist", sagte von Massow.

Abholgebühr von 100 Euro je Tonne

Die Kartoffeln sind umsonst, aber es kostet eine Gebühr von 100 Euro je Tonne, um sie abzuholen. Auch Öko-Landwirt Martin nutzte am Montag diese Konditionen, um sich mit rund vier Tonnen der Ware einzudecken. 

Er selbst habe eine schlechte Ernte gehabt. "Wir würden den Leuten trotzdem gerne Kartoffeln zur Verfügung stellen, natürlich nicht als Bio-Kartoffel, sondern dann tatsächlich zu einem absolut humanen Preis, wo halt nur die Unkosten gedeckt sind", sagte er. Es sei eine gute Sache, dass auf diesem Weg ein Lebensmittel erhalten bleibt.

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