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EuropaUSA1 hours ago

morgenstern: Hängen Sie auch am digitalen Tropf der US-Konzerne?

stern.de

Tuesday, February 17, 2026

5 min read
morgenstern: Hängen Sie auch am digitalen Tropf der US-Konzerne?
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Kann Europa digital unabhängig werden? Robert Duvall ist tot. Und: Social-Media-Verbot für Jugendliche – es geht auch schlauer. Die Lage am Morgen.Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,lesen Sie diesen Newsletter auf einem iPhone oder einem Android-Smartphone? Haben Sie ihn in Ihrem Outlook-Po...

Kann Europa digital unabhängig werden? Robert Duvall ist tot. Und: Social-Media-Verbot für Jugendliche – es geht auch schlauer. Die Lage am Morgen.

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

lesen Sie diesen Newsletter auf einem iPhone oder einem Android-Smartphone? Haben Sie ihn in Ihrem Outlook-Postfach geöffnet? Nutzen Sie für Zahlungen Paypal? Oder greifen Sie lieber zu Ihrer Visa- oder Mastercard? Fragen Sie ChatGPT, wenn Sie nicht weiterwissen? Kommunizieren Sie über Microsoft Teams? Verschicken Sie Fotos via WhatsApp? Streamen Sie Filme bei Netflix? Bestellen Sie bei Amazon? Nun denken Sie sicher: Was soll die Fragerei? Es ist ein kleiner Test. 

All diese Dienste und Produkte haben nämlich eines gemeinsam: Sie stammen von großen US-Konzernen. Ich sage Ihnen ehrlich: Ich nutze sie alle. Ich hänge digital voll am Tropf der USA. Und ich mutmaße, dass es vielen von Ihnen genauso geht. 

Es ist auch gar nicht so leicht, daran etwas zu ändern: Sagen wir mal, Sie beschließen, nicht mehr bei Amazon zu bestellen. Dann ist die Chance trotzdem groß, dass auch der von Ihnen gewählte Alternativ-Shop von Amazon abhängt. Amazon ist nämlich nicht nur ein gigantisches Online-Kaufhaus, sondern über seine Tochter Amazon Web Services (AWS) auch der größte Cloud-Computing-Anbieter der Welt. Die Daten unzähliger Unternehmen und auch von deutschen Behörden oder anderen öffentlichen Einrichtungen liegen auf den Servern von AWS oder US-Cloud-Anbietern. Mein Kollege Falk Steiner zeichnet Ihnen hier ein ausführliches Lagebild.  

Kann Europa digital unabhängig werden?

Den EU-Staaten war diese digitale Abhängigkeit zwar schon länger ein Dorn im Auge, aber sie konnten daran nichts ändern. Zu groß ist die technologische Übermacht in Übersee. Deutschland hat mit SAP gerade mal einen einzigen Konzern von ähnlichem Format. In Trumps zweiter Amtszeit hat das Thema eine neue Brisanz bekommen. Die USA gelten nicht mehr uneingeschränkt als verlässlicher Partner, „Tech-Bros“ wie Jeff Bezos und Mark Zuckerberg suchen die Nähe zum autokratisch agierenden Präsidenten. Nun versucht Europa, aktiv zu werden. Durch eigene Lösungen, aber auch durch Druck. Dass der durchaus erfolgreich sein kann, zeigt erneut das Beispiel AWS. Die Amazon-Tochter plant in Brandenburg ein neues Rechenzentrum mit einer souveränen europäischen Cloud. Die Daten darin, so verspricht AWS, sollen nur in Europa liegen. Mal abwarten. 

Das Thema ist übrigens kein exklusiv europäisches. Auf den Philippinen, wo ich gerade auf Dienstreise weile, gibt es eine ähnliche Diskussion. Immerhin gibt es hier bereits ein etabliertes nationales digitales Zahlungssystem. In einem Leitartikel in einer der größten hiesigen Zeitungen heißt es, die digitale Infrastruktur sei so essenziell wie Strom und Wasser. Ein Land, das keine Kontrolle über sein digitales Rückgrat habe, habe auch nicht die volle Kontrolle über sein eigenes Schicksal. Andere Länder hätten dies frühzeitig erkannt und entsprechend gehandelt. 

Ich vermute mal, Deutschland meint der Autor nicht. 

Schauspieler Robert Duvall ist tot

Robert Duvall hatte diesen Blick: Eisblaue Augen, eiserne Gesichtszüge. So bohrend, dass man selbst im sicheren Kinosessel zusammenzuckte. Sein Charakter Lieutenant Colonel Bill Kilgore im Francis Ford Coppolas Antikriegsfilm „Apocalypse Now“ hatte diesen Blick perfektioniert. Aus dem Film stammt auch Duvalls wohl berühmtestes Filmzitat „Ich liebe den Geruch von Napalm am Morgen“. 

Duvall konnte aber nicht nur hart: Wenn er sein breites Grinsen aufsetzte, war alles Eiserne aus seiner Mine verschwunden. Er spielte mehr als 100 Rollen. Unmöglich, da eine herauszupicken. Eine meiner liebsten Darbietungen war die des Sergeant Martin Prendergast in „Falling Down“. In dem Streifen jagt Duvall einen kurzgeschlossenen Normalo, der an einem heißen Tag durchdreht. 

Robert Duvall war mehrfach für den Oscar nominiert, 1984 gewann er ihn. Über Jahrzehnte zählte er zur ersten Reihe von Hollywoods Charakterdarstellern. Nun ist er im Alter von 95 Jahren gestorben. 

5-Minuten-Talk: Social-Media-Verbot für Jugendliche – es geht auch schlauer

Keine Frage: Soziale Medien können eine Gefahr sein für Kinder und Jugendliche. Allein durch die Suchtgefahr, die vom Endlos-Gescrolle ausgeht. Die Plattformen tun bislang wenig bis nichts für den Schutz – es gibt weder eine vernünftige Reglementierung noch klare Schutzfilter. Deswegen will die SPD nun vorpreschen und ein Verbot auf den Weg bringen. 

Andere Länder machen es vor, zum Beispiel Australien: Ein Verbot bis zu bestimmten Altersgrenzen lässt sich politisch durchsetzen und ist gesellschaftlich akzeptiert. Aber gibt es womöglich einen noch schlaueren Weg als eine Pauschallösung? Meine Kollegen Veit Medick und Jan Rosenkranz diskutieren über diese äußerst sensible Frage.

Und sonst? Weitere Schlagzeilen

Das passiert am Dienstag, dem 17. Februar 2026

  • Statistisches Bundesamt über vorwiegend gesprochene Sprachen in Deutschland
  • Neue Verhandlungsrunde zwischen der Ukraine, Russland und den USA in Genf
  • Champions League, Zwischenrunde: Borussia Dortmund – Atalanta Bergamo (21 Uhr)

Unsere stern+-Empfehlung des Tages

Ich gebe es zu: Beim Thema Sparen und Vermögensvorsorge gehöre ich nicht unbedingt zu den Menschen, die anderen Ratschläge geben sollten. Einen habe ich aber doch: Schauen Sie bei der Frage unbedingt bei den Kolleginnen und Kollegen von Capital vorbei. Die haben diese Expertise nämlich. 

Ich selbst bin bei den oben genannten Themen eher Spätzünder und habe das Thema finanzielle Vorsorge ziemlich lange ziemlich weit hinten im Kopf gehabt. Mittlerweile komme ich auch nicht mehr drumrum und bin dankbar für Artikel wie diesen Ratgeber von meiner Kollegin Selma Schmitt. 

Wie hat Ihnen dieser morgenstern gefallen? Schreiben Sie es mir gerne: [email protected]. Sie können dieses Morgen-Briefing auch als Newsletter in Ihr Postfach erhalten. Melden Sie sich einfach unter folgendem Link an.

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag! 

Patrick Rösing

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