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ESCSarah Engels1 hours ago

Sarah Engels beim ESC-Vorentscheid: "Sehe mich nicht als wichtiger oder besser"

stern.de

Friday, February 13, 2026

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Sarah Engels beim ESC-Vorentscheid: "Sehe mich nicht als wichtiger oder besser"
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Vorentscheid-Kandidatin Sarah Engels blickt auf die ESC-Show in Berlin, die Unterstützung ihrer Familie und den Boykott einiger ESC-Länder.Sarah Engels (33) wird am 28. Februar in Berlin am deutschen ESC-Vorentscheid teilnehmen. Mit ihrem Song "Fire" will sie den Sieg holen und am 16. Mai im Fina...

Vorentscheid-Kandidatin Sarah Engels blickt auf die ESC-Show in Berlin, die Unterstützung ihrer Familie und den Boykott einiger ESC-Länder.

Sarah Engels (33) wird am 28. Februar in Berlin am deutschen ESC-Vorentscheid teilnehmen. Mit ihrem Song "Fire" will sie den Sieg holen und am 16. Mai im Finale des Musikwettbewerbs in Wien auf der Bühne stehen. Das Lied sei "tatsächlich erst vor ein paar Monaten entstanden, aber währenddessen haben wir direkt schon gedacht: Das klingt irgendwie nach einem ESC-Song, damit müssen wir uns auf jeden Fall bewerben", erzählt die Sängerin im Gespräch mit der Nachrichtenagentur spot on news. "Das war also direkt unsere Intention. Umso schöner, dass es letztendlich dann auch geklappt hat."

Sie hoffe, dass sie mit dem Song viele Menschen berühren könne. "Ich glaube, ein guter ESC-Song muss in erster Linie die Menschen mitreißen, egal ob es eine emotionale Ballade ist oder eben wie bei 'Fire' ein Song, der eine aussagekräftige Message hat und die Leute zum Tanzen animiert." In dem Song gehe es darum, "dass man sich als Frau aus einer toxischen Situation befreit", so Engels. "Ich glaube, gerade wir Frauen kennen das Gefühl, sich selbst zu verlieren. Man verliert den Glauben an sich selbst, befindet sich wie hinter einer Glaswand und schlägt dagegen und schreit, aber man bleibt ungehört und ungesehen. Und dann findet man das innere Feuer wieder und die ganze Kraft und Energie kann sprudeln."

Wie schätzt Sarah Engels ihre Konkurrenz ein?

Für den bevorstehenden Vorentscheid habe sie sich "schon ein bisschen was zur Inszenierung überlegt". Es soll auf jeden Fall Tänzerinnen und Tänzer geben und "ich möchte, dass dieses ganze Thema Feuer, Selbstbestimmung, Frauenpower auch wirklich auf der Bühne lebt", betont Engels.

Ein Vorbild für ihre Performance könnte die schwedische Zweifach-ESC-Siegerin Loreen (42) sein, die Engels mit ihren Auftritten beeindruckt hat. "'Euphoria' war auch so ein Song, der immer wieder ins Ohr geht und der auch bleibt. Und sie hat einfach diese Aura, sie ist so ausdrucksstark und hat diese fantastische Stimme", schwärmt Engels über den ESC-Star.

Und was sagt die "DSDS"-Zweitplatzierte von 2011 zu ihrer Vorentscheid-Konkurrenz, die aus acht weiteren Acts besteht? "Myle kannte ich tatsächlich und den einen oder anderen habe ich auch mal auf Social Media gesehen. Es sind alles super tolle und liebevolle, sehr sympathische Künstler. Wir haben uns auch schon kennengelernt und ich finde, jeder bringt seine eigene Geschichte mit."

Dass sie aus dem Kandidatenfeld durch ihre langjährige Bekanntheit heraussticht, sieht Engels nicht als Vorteil. "Ich glaube, für den ESC spielt das gar keine so große Rolle. Ich sehe mich nicht als wichtiger oder besser. Musikalisch sind wir alle auf einer Ebene und alle auf Augenhöhe. Für mich haben wir alle die gleichen Chancen, denn am Ende ist Musik so vielfältig und jeder hat einen anderen Geschmack. Es spielen so viele Faktoren eine Rolle, dass man es gar nicht einschätzen kann, welcher Song wirklich für den ESC am besten geeignet ist."

Die Familie als größter Glücksbringer

Bis zum großen Tag Ende Februar stehe "jede Menge Training" an, erzählt Engels, die auch noch einige andere Projekte wie weitere Musik hat, an denen sie arbeite, "aber ich habe natürlich jetzt auch den vollen Fokus auf den Vorentscheid". Unterstützung auf ihrem Weg bis zur Sendung in Berlin bekommt sie von ihrer Familie. "Die freuen sich natürlich alle. Ich habe ja zum Glück eine große Familie, da hält jeder zusammen. Mein Mann hilft mir ganz viel mit den Kindern und ich versuche, viel von zu Hause aus zu schaffen", erzählt die zweifache Mutter. "Es ist manchmal ein kleiner Spagat, aber es ist ja auch für einen guten Zweck und für mich die größte Chance, die ich in meiner Karriere jemals hatte."

Ihre Kinder Solea (4) und Alessio (10) fiebern mit ihrer Mutter mit, erzählt Engels weiter. "Die kriegen immer meine Songs schon vorher zu hören und dann wird nach der Meinung gefragt, das ist mir total wichtig. Wenn sie mich hier tanzend und singend im Wohnzimmer sehen, bekomme ich dann aber auch mal zu hören: 'Okay, Mama, reicht jetzt mit Singen. Lass uns was anderes anmachen'." Ihre Familie möchte sie auch gerne beim Vorentscheid bei sich haben. "Das ist mein größter Glücksbringer, wenn sie dabei sind. Jeder, der mich kennt, weiß, ich bin ein absoluter Familienmensch. Meine Familie steht an allererster Stelle und wenn ich sie dann mitnehmen kann, fühle ich mich erst so richtig powerful."

Sollte es zum ESC gehen, ist die Freude bei Engels groß, denn "ich bin super gerne in Österreich. Ich war auch schon öfter in Wien und finde es wunderschön. Aber ich traue mich gar nicht, so weit zu denken. Wer weiß, was kommt." Der alljährliche Druck, für Deutschland eine gute ESC-Platzierung zu holen, versucht Engels ebenfalls auszublenden. "Das Abschneiden liegt an so vielen verschiedenen Faktoren, die man teilweise gar nicht beeinflussen kann. Geschmäcker sind wie gesagt unterschiedlich. Es ist doch alleine schon cool, dabei zu sein." Und wer weiß, vielleicht klappt es für Engels dann auch mit einer internationalen Karriere? "Ich habe mein letztes Album schon mit deutschen und englischen Songs gemacht. Ich konnte mich in der Vergangenheit nie so wirklich entscheiden, weil ich finde, beides passt zu mir und beides mache ich viel zu gerne, als dass ich mich von einem distanzieren wollen würde."

"Ich halte am Grundgedanken des ESC fest"

Der Musikwettbewerb begleitet Engels schon lange. Sie habe damals als Kind schon immer den ESC mit ihrer Familie "geguckt und heiß diskutiert, wer besser war und für welches Land man ist. Ich finde, es ist immer ein schönes Musikfest, das auf der ganzen Welt gefeiert wird." Auch dieses Jahr bleibt der ESC aber nicht von einer politischen Diskussion verschont. Wie steht Engels zum Boykott einiger Länder wie Irland, Niederlande oder Island, die aufgrund der Teilnahme Israels ihren Verzicht auf ihre eigene Teilnahme 2026 erklärten? "Ich fühle mich nicht in der Position, mich politisch zu äußern. Ich halte an dem Grundgedanken des ESC fest: Musik ist ein verbindendes Element und die Musik soll an diesem Abend im Vordergrund stehen."

Der ESC sollte laut Engels "keinen zu großen politischen Fokus haben, sondern die Musik in den Fokus stellen. Es ist eine Musikveranstaltung, wo Künstler hinkommen, die ihre Geschichte teilen und diese mit ihrer Musik erzählen. Es gibt sowieso schon so viel Negatives auf der Welt. Mit Musik kann all das für einen kurzen Moment beiseitegeschoben werden." Natürlich dürfe man nicht wegsehen, "aber ich finde, der ESC ist nicht der richtige Ort, das alles auszudiskutieren".

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