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morgenstern: Epstein-Akten: Werden durch die Schwärzungen auch mögliche Komplizen geschützt?

stern.de

Wednesday, February 11, 2026

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morgenstern: Epstein-Akten: Werden durch die Schwärzungen auch mögliche Komplizen geschützt?
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Unnötige Schwärzungen in den Epstein-Akten? Ein Vermisstenfall hält die USA in Atem. Und: Wie es zum Bruch zwischen Merz und Macron kam. Die Lage am Morgen.Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,der frühere britische Premierminister Gordon Brown verglich die aktuellen Enthüllungen rund um die A...

Unnötige Schwärzungen in den Epstein-Akten? Ein Vermisstenfall hält die USA in Atem. Und: Wie es zum Bruch zwischen Merz und Macron kam. Die Lage am Morgen.

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

der frühere britische Premierminister Gordon Brown verglich die aktuellen Enthüllungen rund um die Akten zu Jeffrey Epstein mit „Säure“. Das passt ganz gut, auch wenn Brown es in einem etwas anderen Zusammenhang meinte. Klar ist aber: Niemand in der Welt der Reichen und Mächtigen möchte unmittelbar mit der Affäre rund um den 2019 verstorbenen Finanzier und Sexualstraftäter in Berührung kommen. Weil man sofort verätzt wird. 

Mehr als drei Millionen Seiten, 2000 Videos und 180.000 Fotos hat das US-Justizministerium veröffentlicht. Sie liefern eine Flut an Indizien zu Verstrickungen prominenter Persönlichkeiten aus Spitzenpolitik und Business, Forschung, Diplomatie und Kultur in das internationale Netzwerk des Kinderschänders Epstein. 

Außerdem vermitteln sie einen Einblick, wie dunkel, wie monströs die Welt des schwerreichen Jeffrey Epstein gewesen sein muss. Niemand, der in der Öffentlichkeit steht, möchte seinen Namen gern in diesem Datenberg finden. Zumal der bloße Kontakt zu Epstein ja noch nichts über mögliche Schuld oder Verfehlungen aussagt.

Unnötige Schwärzungen in den Epstein-Akten?

Viele Stellen in den Akten sind aus guten Gründen geschwärzt. So sollen die Identitäten von Unbeteiligten und vor allem Opfern geschützt werden. In den USA kritisieren Abgeordnete beider Parteien nun jedoch, dass viele Schwärzungen unnötigerweise vorgenommen worden seien. Sie konnten die unbearbeiteten Fassungen im US-Justizministerium einsehen. Sie entdeckten dabei sechs „reiche, mächtige Männer“, deren Identitäten in den veröffentlichten Akten ihrer Meinung nach ohne triftigen Grund unkenntlich gemacht wurden.

„Wenn wir in zwei Stunden sechs Männer gefunden haben, die sie versteckt haben, stellen Sie sich vor, wie viele sie in den gesamten drei Millionen Akten vertuschen“, sagte der demokratische Abgeordnete Ro Khanna hinterher in einer Ansprache, in der er auch die Identitäten preisgab. Der unausgesprochene Verdacht klingt deutlich mit: Hier werden möglicherweise auch Komplizen geschützt.

An der Epstein-Säure – das scheint klar – dürfte sich noch so mancher verätzen.

Ein Vermisstenfall hält die USA in Atem

Bleiben wir in den USA: Ein Fall, der als lokale Vermisstenmeldung begann, bestimmt mittlerweile landesweit die Schlagzeilen. Die Geschichte liest sich wie ein Netflix-Plot: Eine betagte Frau, gewaltsam aus ihrem Haus geholt. Eine prominente Tochter, deren Gesicht Millionen Amerikaner jeden Morgen sehen. Ein Tatort in der abgelegenen Wüste Arizonas, falsche Fährten und ein Präsident, der sich öffentlich einschaltet – seit zehn Tagen verfolgt das Land eine True-Crime-Story ohne absehbares Ende: den Vermisstenfall Nancy Guthrie.

Ihre Tochter, die bekannte TV-Moderatorin Savannah Guthrie, vermittelt normalerweise den Menschen die News. Nun ist sie selbst zur Nachricht geworden. Meine Kollegin Leonie Scheuble hat den Fall hier nachgezeichnet.

5-Minuten-Talk: Wie es zum Bruch zwischen Merz und Macron kam

Gemeinsames Essen, Umarmungen, Zukunftspläne: In den ersten Wochen von Friedrich Merz' Amtszeit zelebrierten der Bundeskanzler und der französische Präsident Emmanuel Macron noch öffentlich ihre Freundschaft. 

Aber der Wind hat sich gedreht, in Berlin ist man dieser Tage genervt bis entsetzt vom Franzosen. Jüngster Grund: der Streit um das geplante gemeinsame Kampfflugzeug FCAS. Meine Kollegen Veit Medick und Jan Rosenkranz analysieren, wie es zum Bruch zwischen Berlin und Paris kam. 

Und sonst? Weitere Schlagzeilen

Das passiert am Mittwoch, dem 11. Februar 2026

  • Treffen der EU-Verteidigungsminister, mit Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius
  • Commerzbank legt Jahreszahlen für 2025 vor
  • DFB-Pokal, Viertelfinale: Bayern München – RB Leipzig (20.45 Uhr)

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Patrick Rösing

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