Dschungelcamp-Finale 2026: König Gil, oder: Verschwiegenheits-Klaus, der I.
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Monday, February 9, 2026

Am Ende brachen alle Dämme, von einem Weinkrampf geschüttelt saß der neue Dschungelkönig allein am Lagerfeuer – fassungslos, wie wohl so einige Zuschauer auch.Zunächst mal die wichtigste Nachricht vorweg: "Sommerhaus der Stars", "Prominent getrennt", "Temptation Island", das alles und noch viel m...
Am Ende brachen alle Dämme, von einem Weinkrampf geschüttelt saß der neue Dschungelkönig allein am Lagerfeuer – fassungslos, wie wohl so einige Zuschauer auch.
Zunächst mal die wichtigste Nachricht vorweg: "Sommerhaus der Stars", "Prominent getrennt", "Temptation Island", das alles und noch viel mehr muss fortan ohne Simone Ballack auskommen. Die einstige Spielerfrau ist durch mit all dem, jedenfalls wenn man ihren Worten glauben kann, die sie kürzlich so bedeutungsschwer aussprach: "Wenn Gil Dschungelkönig wird, dann guck’ ich nie wieder Reality-TV!". Echt jetzt, Simone? Nicht mal "Das perfekte Dinner", um zu schauen, ob andere Leute ihre schwarzen Hühnchen und ihre Wallaby-Schenkel, ihre Schmorgurken, Löwenzahn-Stängel und Kochbananen genauso kompetent schmurgeln wie Du? Schade ist das, sehr, sehr schade.
Aber es ist Fakt – vorausgesetzt, es fehlten nicht irgendwo ein paar Sekunden in der Übertragung, wie das bei so einigen Filmchen ja vorkommen soll – Gil Ofarim ist der neue Dschungelkönig 2026. Welch ein Ritt, was für Diskussionen und Kontroversen, eine in letzter Konsequenz überraschende Volte dieser so aufgeladenen Dschungelcamp-Saison. Wobei – hinter den Kulissen, im Produktionsteam dürfte man die finale Entscheidung wohl erahnt haben, denn, so berichtete es Sonja Zietlow unmittelbar nach der Krönung, vom ersten Tag der Telefonvotings an hatte Gil Ofarim vorn gelegen. Fehlende Entschuldigung hin, Video-Verschwörung her, – dies ist der Dschungelkönig, den Deutschland wollte und damit auch verdient: Verschwiegenheits-Klaus, der I.
Das Finale selbst, oder besser gesagt, das was sich da in der letzten Runde zutrug, geriet vergleichsweise unspektakulär. Klar, die Tatsache, dass Gil, Hubert und Samira mit 14 von 15 Sternen eines der besten Endspiel-Ergebnisse einfuhren, fordert Respekt. Dem Motto der Affen Mizaru, Kikazaru und Iwazaru folgend, hieß es für Gil im Glashelm "Nicht sehen", Hubert durfte "nicht sprechen". Samira sollte "nicht hören" und trotzte Spinnen, Schlangen und Krokodilen mit ausgesprochener Souveränität. Der Lohn: ein royales Dinner mit Bierchen, Brause und Wein, Steak, Schnitzel, Nudeln,Tiramisu und Käsekuchen. Das sei einer der Tage, an die man sich immer erinnern wird, merkte Hubert an, beim 11. September ginge ihm das genauso. Sei es drum, wer so laut schnarcht, dem verrutschen schon mal die Assoziationen. Unvergesslich der Anblick der drei Finalisten mit der Goodie-Tuchmaske im Gesicht, wie Lichtdoubles für eine Neuverfilmung vom "Texas Chainsaw Massacre", Leatherface lässt grüßen.
Das Dschungelcamp ist vorbei, die Diskussionen dürften erst losgehen
Bemerkenswert, wie schnell diese drei Finalstunden letztlich vergehen. Kein Zetern oder Kreischen, kein Kampf ums Nikotin, vorbei die Zeit der Grüppchenbildung und Verdauungsstörungen, niemand zieht mehr blank, keine Viecher flattern ins Camp, der Schlussspurt nimmt unaufhaltsam Fahrt auf, bis die erste Entscheidung fällt – und es Hubsi, Hui-Buh, das Hubertsche, den unverwüstlichen Hubert als ersten der drei Finalisten erwischt. Dritter Platz – und damit zwei Plätze besser als Göttergatte Matthias Mangiapane, 2018 Fünftplatzierter – das dürfte in Bälde über der heimischen Fernsehcouch an der Wand stehen.
Da waren es mit Gil und Samira nur noch zwei. "Zwei Menschen, die augenscheinlich bei sich geblieben sind", wie Sonja Zietlow feststellte. Im Fall von Gil hatten sich nicht wenige Zuschauer – und seine Camp-Mitbewohner – sicher das genaue Gegenteil gewünscht. Doch die große Entschuldigung blieb aus, sieht man einmal von der rhetorisch unerwarteten Volte ab, die Sachsen als solches um Verzeihung zu bitten, wie vor einigen Tagen im Dschungeltelefon geschehen.
Vor Erwartung bebend nahmen die beiden schließlich die Entscheidung entgegen: Samira musste das Camp verlassen, damit stand der neue König fest. Jetzt brachen bei Gil Ofarim alle Dämme, ein Weinkrampf ergriff den frischgebackenen Royal, den vielleicht am kontroversesten diskutierten seit (Ex)-Prinz Andrew. "Der rote Teppich ist ausgerollt. Alles liegt bereit für die Dschungel-Majestät", verkündete Jan Köppen. Mit Blumenkrönchen und Zepter bedankte Gil sich anschließend beim Team, beim Publikum, bei seinen Camp-Nachbarn und verkündete gleich noch, mit Kollege Köppen eine Platte aufnehmen zu wollen. Nun denn, mal schauen, was der dazu sagt.
Die Telefonleitungen mögen geschlossen sein, die Diskussionen jedoch dürften jetzt erst so richtig Fahrt aufnehmen. Fragen über Fragen: Wo sind die fehlenden Videoschnipsel geblieben? Wen kreischt Ariel jetzt an? Und wie kommt Simone in Zukunft ohne Reality-TV klar? Wir werden es erfahren – oder vielleicht auch nicht. Für den Moment heißt es: Nach dem Dschungelcamp ist vor dem Dschungelcamp. Im kommenden Jahr wird die 20. Ausgabe des Dauerbrenner-Formats gefeiert. Wer sich dann am Lagerfeuer um Kopf und Kragen redet – oder schweigt? Wir werden es sehen. Für den Moment heißt es: Goodbye Murwillumbah, bis zum nächsten Mal.
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