Wenn der Supermarkt fehlt: Smart Stores als neue Hoffnung für die Nahversorgung
stern.de
Friday, February 6, 2026

In vielen Dörfern verschwinden Supermärkte. Digitale Mini-Läden könnten helfen. Die Industrie- und Handelskammern sprechen bei den sogenannten Smart Stores von einem "Instrument der Daseinsvorsorge".Digitale Mini-Supermärkte könnten nach Angaben der Industrie- und Handelskammern Niedersachsen (IH...
In vielen Dörfern verschwinden Supermärkte. Digitale Mini-Läden könnten helfen. Die Industrie- und Handelskammern sprechen bei den sogenannten Smart Stores von einem "Instrument der Daseinsvorsorge".
Digitale Mini-Supermärkte könnten nach Angaben der Industrie- und Handelskammern Niedersachsen (IHKN) Versorgungslücken in ländlichen Regionen schließen. Rund 90 sogenannte Smart Stores gebe es inzwischen im Bundesland, teilte der Kammerverband mit.
Die meist bis zu 500 Quadratmeter großen Märkte arbeiteten weitgehend automatisiert und kämen mit wenig Personal aus. Kundinnen und Kunden könnten dort flexibel und teils rund um die Uhr einkaufen. Hintergrund sei ein anhaltender Strukturwandel im Einzelhandel: Die Zahl der Lebensmittelgeschäfte sei in den vergangenen Jahren deutschlandweit zurückgegangen.
Smart Stores entstünden vor allem in Orten, in denen sich klassische Supermärkte wirtschaftlich nicht mehr betreiben ließen. Einige Anbieter ergänzten das Angebot demnach um zusätzliche Dienste wie Bankautomaten, Postservices oder telemedizinische Leistungen. Dadurch würden die Läden mancherorts zu zentralen Anlaufstellen.
Kleine Läden, große Erwartungen
"Smart Stores sind mehr als nur Mini-Supermärkte und kein vorübergehender Trend. Sie sind inzwischen ein ernstzunehmendes Instrument der Daseinsvorsorge", sagte IHKN-Hauptgeschäftsführerin Monika Scherf.
Die meisten dieser Märkte betreibt nach IHKN-Angaben Tante Enso; das Unternehmen habe sowohl in Niedersachsen als auch bundesweit die größte Zahl an Standorten.
Rechtlich gebe es jedoch unterschiedliche Vorgaben in den Bundesländern, hieß es vom Kammerverband. In Niedersachsen werde über einen Gesetzentwurf beraten, unter anderem zur Sonntagsöffnung. Für viele Smart Stores sei dieser Tag wirtschaftlich bedeutsam. Bis zu 30 Prozent des Umsatzes würden dann erzielt. Die Industrie- und Handelskammern fordern die Landesregierung auf, schnell klare, praxistaugliche und unbürokratische Regeln zu schaffen.
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