Eisberge, Wale, Pinguine und ein Schiffswrack: Das neue 360-Grad-Panorama im Leipziger Panometer zeigt Besuchern die Welt der Antarktis voller Dramatik und Schönheit. Der Künstler mahnt aber auch.
Eisig, menschenfeindlich aber so wichtig für die Erde: Im Panometer in Leipzig können die Besucherinnen und Besucher nun in die faszinierende Welt der Antarktis eintauchen. Der Künstler Yadegar Asisi hat ein 360-Grad-Panorama mit Gletschern, Eisbergen, Walen und Pinguinen erstellt. Das 32 Meter hohe Rundbild feiert am 24. Januar seine Weltpremiere in Leipzig. Nach Angaben des Veranstalters soll sie mindestens zwei Jahre zu sehen sein.
"Die Antarktis ist so schön, faszinierend und ergreifend, zugleich aber auch der menschenfeindlichste Ort, den ich kenne", sagte Asisi bei einem Presserundgang. Gleichzeitig sei sie klimatisch, atmosphärisch und als globales Wassersystem für die Erde unverzichtbar.
Was ist in der Ausstellung zu sehen?
Besucherinnen und Besucher durchlaufen zunächst einen Rundgang mit zahlreichen Fotos der Reise: Wellen türmen sich meterhoch auf und Eisberge ragen in bizarren Formen aus dem eisigen Meer. Auch zwei ausgebrütete Eier von Kaiserpinguinen sind zu sehen. Vor dem eigentlichen Aufgang zum 32 Meter hohen Panorama tritt Asisi aber auch als Mahner auf: "Wir Menschen haben hier eigentlich nichts zu suchen und die Region darf niemals jemandem gehören", sagte der 70-Jährige. Die Natur zeige gerade in den Grenzregionen, "was für kleine Wichte wir eigentlich sind".
Was zeigt das riesige Panorama?
In dem riesigen Rundbau, einem ehemaligen Gasspeicher, führen 80 Stufen über drei Ebenen zu der höchsten Plattform. Das 32 Meter hohe Rundbild verdichtet den Naturraum der Antarktis und stellt die Küstenlandschaft in den Vordergrund. Buckelwale durchbrechen die Wasserlinie und Schwertwale lauern in den eisigen Fluten auf Beute, während Seelöwen und Pinguine auf den Felsen dösen. Zudem zeugt das Wrack eines Walfängers von einem dramatischen Unglück und Forscherteams sind in Schlauchbooten unterwegs. Innerhalb von 15 Minuten erlebt der Besucher den Nacht- und Tagablauf, untermalt von einer eigens komponierten Musik.
So entstanden die faszinierenden Bilder
Gut zwei Wochen hat Asisi die Region bereist, um das Licht und die Strukturen des Eises zu studieren. Mit seinem Team von mehreren Fotografinnen und Fotografen sowie modernster Technik gelangen ihm eindrucksvolle Bilder der Naturgewalt. "Am meisten hat mich die Dunkelheit fasziniert. Erst dann zeigt sich die Kälte und die Gefahr, die von der Antarktis ausgeht", betonte Asisi. Er habe sich auch einmal für rund eine Stunde auf einer Eisscholle aussetzen lassen. "Dort habe ich Ruhe gefunden, um zeichnen zu können, aber gleichzeitig auch erlebt, wie hilflos der Mensch hier ist."
Was der Künstler in Zukunft plant
Antarktis ist das fünfte Werk aus der Reihe an Naturpanoramen von Asisi nach Mount Everest, Amazonien, Great Barrier Reef und Carolas Garten. "Jetzt fehlt mir noch die Wüste und die Tiefsee", erklärte der 70-Jährige. Der Entwurf für die Tiefsee steht demnach bereits. Das Problem sei aber die Beleuchtung für dieses Projekt in der Dunkelheit des Meeres. Für ein Wüstenthema fehle ihm zwar noch ein konkreter Gedanke, er habe aber bereits ein Treffen mit einer Wüstenexpertin vereinbart.
Die Panoramen von Asisi werden außer in Leipzig auch in Berlin, Dresden, Lutherstadt Wittenberg und Pforzheim gezeigt. Zudem sind zwei weitere Ausstellungsstandorte in Wien und Konstanz im Bau.
Link zu Infos
